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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
450
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losigkeit, Uebermuth und Frevel, von Völkern gegen Völker,von Fürsten gegen Fürsten verübt, sich jederzeit, früh oderspät, schrecklich an denen und ihren Nachkommen rächte, vondenen zuerst das Unrecht ausging. Es wäre leicht zu beweisen,daß Gerechtigkeit gegen Andere, auch mit Verzichtleistung aufeigenen vorübergehenden Vorrheil, allemal die beste Staats,klug heit sei. _

Abgehärtet in den Wüsten Arabiens, eroberte das israelitischeVolk, nachdem es der ägyptischen Knechtschaft entführt wordenwar, das Land seiner Vorfahren wieder. Abgehärtet mußte esvorher werden zu der großen Unternehmung ; denn ein Volk,wenn es frei und selbstständig sein will, muß für den Gedankender Selbstständigkeit alle Lebensbequemlichkeit opfern können.Darum ward Israel siegreich, als es in der Wüste die FleischtöpfeAegyptens vergessen gelernt hatte. Aber nach dem Siege vergaßIsrael die alte Sittenstrenge, die feste Ordnung, die Eintracht,die Treue am Gesetz; selbstsüchtig zerfielen die Stämme.Darum wurden die benachbarten Völker mächtiger als sie.David, der König, brachte noch einmal die alte Einheit undKraft ins Volk, wie einst Moses. Israel ward plötzlich hoch-geachtet unter allen Völkern; zu Salomons Thron kamen dieFürsten des Morgenlandes. Doch im Volke selbst war dasVerderben zu groß; umsonst blieb die Weisheit Davids undSalomons. Ueppigkeit, Ehrgeiz und Selbstsucht untergrubenThron und Macht. Das Reich trennte sich, und durch Zwie-tracht gelähmt, durch Wollust und Ungehorsam gegen dieGesetze entnervt, von den Sitten der Fremden vergiftetumsonst warnten patriotische Männer, Seher der Zukunft,Propheten! ward es von Babylon besiegt, und die Judentrauerten in siebenzigjähriger Knechtschaft, bis Cyrus, der Perftr-könig, sie wieder losließ.

Die Sehnsucht zur alten Freiheit blieb im Volke, aber dieinnere Kraft dazu kehrte nicht wieder. Es fehlte die Eintracht,der lebendige Gemeingeist, die Sittenstrenge der alten Welt.Oft wechselten die Juden ihre Herren, nie aber das Joch. Wiealle Schwächlinge, welche kein Vertrauen auf ihr Inneres mehr