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Untergang. Sanherib, im Gefühl seiner Klugheit und Gewalt,bezweifelte nicht, das ganze Juda in seinen Ketten zu sehen.Aber seine Plane wurden zerrissen. Ein entsetzliches Sterbenvernichtete plötzlich seine Macht. Eine einzige Nacht raubte ihmplötzlich hundert- und fünsundachzigtausend Mann; und demEroberer entsanken Muth und Gewalt. Er floh, seine eigenenSöhne mordeten ihn.
Warum soll ich noch an die Ereignisse der grauen Vorweltmahnen; an den Untergang des ägyptischen Despoten am rothenMeer ; oder wie ein Eroberer in der Wüste von Sandwolkenbegraben ward, die der Sturm wirbelnd durch die Lüfte herbei-führre? Ist der Herr und Gott der Vergangenheit nicht nochder Herr unserer Zeiten? Ist er heute minder groß in seinenGerichten? Wissen wir nicht, wie er Königreiche, wenn ste amstolzesten prahlten, durch einen einzigen Schlag zerschmetterte?Wissen wir nicht, wie er gewaltige Armeen und Schiffsflotten,die mühselige und kostbare Rüstung vieler Jahre, schon imVoraus unüberwindlich genannt, in einer einzigen Stunde mitihren trotzigen Heeren vernichtete, wenn ste über die Gewässerdes Meeres zum gewissen Verderben anderer Völker hinsegelten?Wissen wir nicht, wie der kalte Hauch eines Herbstes, Regenund Fäulniß, siegreiche Heere in schmerzlichen Krankheitenauflösete, oder der Frost einer Winternacht mit den Leichenunbesiegbarer Schaarcn die Felder bedeckte? Ist Gott heuteminder groß in seinen Gerichten, und ist sein Einschreiten indie Begebenheiten der Völker minder wunderbar, als in jenenTagen der Vorzeit, welche die unwissende Halbwisserei oft fabel-haft heißen will?— Sollen wir heute an der großen Wahrheitdes Wortes verzweifeln, welches sich bisher in der Geschichtealler Nationen erwahrte: Gerechtigkeit erhöhest einVolk, aber die Sünde ist der Leute Verderben!
Wahrlich, es wäre eine geringe Mühe, in den Schicksalender Länder überall nachzuweisen, wie sie durch die Tugendenihrer Bewohner aufblüheten, und jedesmal durch deren eigeneUngerechtigkeit wieder unmerkbar ins Verderben sanken. Eswäre leichte Mühe, aus der Geschichte zu beweisen, daß Treu-