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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
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haben aus ihrem Schoose das allgemeine Elend geboren. Daserschütterte Weltmeer bewegt seine Wogen endlich bis zu denentferntesten Gestaden. Und die Ereignisse unserer Tage werdennoch am Ende unsers Jahrhunderts zurückwirken.

Es ist Zeit, daß wir unsern Blick vom Blute der Schlacht-felder, von verbrannten Ortschaften, geplünderten Städten,verpesteten Gegenden, aufwärts richten zu dem, ohne dessenWillen nichts geschieht. Die Religion fordert cs von uns. Auchdie Siege und Niederlagen der Heere, die Anstrengungen derVölker, die Verhältnisse der Königreiche und Fürstcnrhümer zueinander, ja, selbst ihre Bündnisse, ihre Verträge, ihre Gesetze,ihre Einrichtungen, sind Gegenstände religiöser Aufmerksamkeitses wahren Christen. Denn wie die weite Luft den Erdball uur-faßt: so umfaßt die Religion mit den Deutungen, welche sieertheilt, mit den Pflichten, die sie gibt, Alles, was der Menschauf Erden thut. Was die Luft und der Athem dem menschlichenKörper, das ist die Religion dem menschlichen Geiste. Erathmet nur in ihr, zieht ftm Leben nur aus rhr, er ist Attcsnur durch si e.

Es ist wichtig, daß ich in der einsamen Stunde frommerBetrachtungen auch auf das Schicksal meines Volkes hmblicke,und auf das Gericht, welches Gott über dasselbe verhängt hat.Denn bin ich nicht ein Theil dieses Volkes, und durch Heimath,Vermögen, Gewerbe und Bande des Bluts auf das engste mitdemselben verknüpft? Wer darf gleichgültig bleiben? Wer kannvom allgemeinen Wohl und Weh das seinige trennen?

Es ist Zeit, das ich auf die Gerichte Gottes in den Begeben-heiten der Tage blicke, und sie aus einem höhern Standpunktebetrachte, als dem gewöhnlichen. Um das Einzelne in den Zeit-läuften richtig zu bcurtheilcn, muß man das Ganze überschauenkönnen. Aber die Religion gewährt mir für alle Dinge deSLebens den erhabensten Standpunkt, weil sie den Geist deSMenschen über die Welt erhebt, und mit Gott, dem höchstenaller Wesen, verbindet. Wer im Gedränge der Umstände über dieUmstände urtheilt, für den liegt in der Verwirrung der Tages-öegebenheiten etwas unendlich Trostloses. Er steht den Uebeln