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Des L e b e n s E i n - u n d A u s g a n g.
Am Schlüsse des Jahres.
PsallN 103/ 15. 16.
Noch spielt der Säugling an dem Mutterbusen,
Und vor ihm.lacht die Well in Glan; und Licht;
Bald ruht dar Herz, das treu für ihn geschlagen; —Doch, siehe/ auch sein Stundenglas zerbricht.
Die Saat ist groß; die Acrnte ohne Ende;
Der Tod ist schwach; die Sense ruhet nicht.
Die Uhr der Zeit schlägt immer letzte Stunden.
Wer kennt das Herz/ das jetzt im Kampfe bricht!
Nur Du allein / Herr über Tod und Leben /
Du sichst ,hn/ den der Todesschwciß benetzt;
Du weißt/ wenn meine letzte Stunde tönet/
Du hast den Sterblichen ihr Ziel gesetzt!
Ach stehe wieder am Rande eines Jahres — wenige Tage,wenige Stunden noch — und es ist nicht mehr!
Wie unermeßlich, wie unerlebbar scheint den Kindern, denJünglingen, den Jungfrauen der Zeitraum aller Jahre, auswelchen ein Menschenleben besteht! — wie kurz, wie weniA-denen, welche sich der Mitte eines gewöhnlichen Lebensaltersgenähert haben, oder schon darüber hinweggeschritten sind!Jenen schleicht die Zeit mit trägen Füßen, diesen entrinnt siemit der Eilfertigkeit eines Blitzes.
' Ein Jahr verflogen — ein Traum von zwölf Monden!Und ist mir es doch, als wäre die Freude des schönen Herbst-tages erst gestern gewesen, die Begebenheiten des letzten Sommersvon vorgestern. — Vor einem Jahre um die Zeit, die Weih-nachtsstunden damals, der Morgen des neuen Jahres — nochliegt mir Alles so nahe! Wie wenig ist vorhanden zwischendamals und jetzt!
Wenig? — O viele frohe Augenblicke lagen dazwischen;doch auch viele Seufzer, viele Thränen, viele Sorgen, viele
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