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ich zuweilen ahnend dahin denke; wenn ich aus dem, was ich hie-nieden erblicke, zu errathen trachte, was mir dort begegnen könne.Wir wandeln hier noch nicht im Schauen, sondern im Glauben.Doch auch Jesus sprach zuweilen in erhabenen Bildern von denüberirdischen Zuständen nach dem Tode des Leibes; auch seine Jün-ger redeten gern mit ihren Vertrauten davon, oder denen, welcheZweifel über die Möglichkeil der Auferstehung der Tobten äußerten.
Denn die Lehre von der Auferstehung der Leiber war schonlängst eine jüdische Lehre gewesen. Die Pharisäer behauptetendieselbe, aber auf eine grobe, sinnliche Weise, als wenn alleins Grab gegangenen Körpcrtheile nothwendig wieder die Hülleund das Werkzeug des Geistes werden müßten, eine Meinung,welche von einer andern jüdischen Glaubenspartei, nämlich vonden Sadducäern, gänzlich hinweggeläugnet ward. Christus,indem er diesen Meinungsstreit einst zu schlichten aufgefordertworden war, zeigte, daß beide Glaubensparteicn der Judenauf Abwegen zu ganz entgegengesetzten Jrrthümcrn gekommenwaren; daß Unsterblichkeit oder Leben in jener Welt, oderAuferstehung von den Tobten, bestehen könne, und sein werde,ohne daß darum eine grobsinnige Auferstehung von Leibern seinmüsse, die mit allen irdischen Bedürfnissen und Trieben zur Er-nährung oder Selbstfortpflanzung behaftet wären. Die Sad-ducäer fühlten o;'e Wahrheit fli-its Wortes. Du hast recht gesagt,Meister! sprachen sie. (Luk. 20, 27 — 39.)
Was Jesus öffentlich nur selten umständlicher entwickelt,scheint er in heiligen Gesprächen mit seinen Jüngern gethan zuhaben. Sie hatten dieselben Vorstellungen, wie er, von denZuständen des Geistes nach dem Tode, und von der jüdischenAuferstehungslehre. Du Narr, sprach Paulus der Apostel,das du säest, wird nicht lebendig, es sterbe denn; und was dusäest, ist ja nicht der Leib, der werden soll, sondern einbloßes Korn. Es wird gesäet ein natürlicher Leib, und wirdauferstehen ein geistiger Leib. Fleisch und Blut können nichtererben das Reich Gottes, und wird das Verwesliche nicht erbendas Unverwesliche! (1. Kor. 15, 35—50.) Der menschlicheKörper, aus Erdstoffen zusammengesetzt, wird wieder zur Erde,