sich. Ach, was ich nicht wußte und sah, das sah und wußte rr,wie ihr oft im Stillen mit euch selber gekämpft; wie euch dieReue um kleine Fehler oft gequält; wie ihr oft zu ihm glau-bensvoll hinaufgeblickr; wie ihr einsam euch mit ihm in hei-ligen, inbrünstigen Gebeten unterhalten. Nun habt ihr über-wunden. Eure Frömmigkeit, eure Unschuld, eure Güte, eureLiebe folgen euch nach. Verzeihend blickt der große Erbarmerauf die Fehltrirte, die seine Kinder nicht zu vermeiden wußten.Ihr seid nicht die geringsten unter denen, die er liebevoll ansein Vaterherz nahm, er, der auch die Sünder nicht will ver-loren gehen lassen.
Warum trauert mein Geist über den Grabhügeln derTobten? O ihr Vollendeten, einst werde ich, und vielleichtbald, meine irdische Hülle «brrcrfen, wie ihr sie abgelegt habt,und eingekleidet werden herrlicher, wie ihr eingekleidct seid. Wirwerden uns wieder begegnen, wieder finden. Ach, die Liebeist für die Ewigkeit, wie die Tugend; und ist unser Gott nichtselbst die Liebe? Wie der ununterbrochene Zusammenhang desLebens und der Ewigkeit ist die Verknüpfung der liebendenWesen. Nein, ich habe euch nicht ganz verloren, ihr Theuern,die Gott mir gegeben und genommen. Nein, er hat euch mirnur gegeben, nicht genommen. Ihr gehöret mir noch heute,ich gehöre euch noch heute. Wir sind ja noch im. Hause Gottesbeisammen, nur rn verschiedenen Wohnungen. Ich bin in derEwigkeit, so wie ihr; nur ihr in andern Verbindungen, dieauch mich erwarten. Der Lrbensaugenblick auf Erven ist kurz,die Ewigkeit lang genug, uns wieder zu haben.
Selig, o selig sind die, die in dem Herrn entschlafen, dennihre Werke folgen ihnen nach. — Auch mir werden die meinigenfolgen!
O Gott des Lebens, o Richter dcr Todtcn, o Erbarmerder sündigen Wesen, auch mir werden die meinigen folgen;auch die bösen werden mir folgen neben den guten! MitSchrecken blicke ich auf meine vergangenen Tage. Wie oft ichgefehlt habe, ich kann es nicht wissen. — Herr, Herr, willstDu meiner Schuld gedenken? Wenn Du mit mir ins Gericht