vorhanden, dessen erste Bestandtheile nicht in der Luft als für unsunempfindbare Theilchen waren. Die ganze Welt, welche wirals Sterbliche bewohnen, ist aus Bestandtheilen der Luft hervor-gegangen. Aus der Luft schlagt sich Wasser nieder; von derLuft empfangen die Pflanzen ihre Bestandtheile; von der Luftund den Pflanzen die Thiere; von allen wir Menschen selbst.Gebirge, Wälder, Meere, Pflanzen u. s. w., alle sind gleich-sam Kinder der Luft, und können wieder unsichlbar in Lustverschweben. Alles ist Eins.
Alles ist Eins. Darum ist Alles im dichtesten, kaum unter-scheidbaren Zusammenhang. Im Ewigen ist kein Gestern undHeute, sondern nur für Menschen die auf dem kleinen Sternwohnen, welcher Erde heißt, und der durch sein Umschwebender Sonne einen flüchtigen Wechsel von Licht und Schatten,Kälte und Wärme verursacht, welchen wir Tageszeit und Jahrreszeit nennen. Im Ewigen ist keines Dinges Ende, sondernAlles nur ein Spiel der Verbindungen: und dies Spiel heißtLeben; ewig aber, wie die Dinge selbst find, als Gotteswerke,-ist auch das Spiel ihrer wechselnden Verhältnisse zu einandar.Folglich ist ein ununterbrochenes Lebensgewebe. Die Art derVerbindung gewisser Theile kann wohl aufhören; aber was daist, hört selbst nie auf; eben so wenig das Wechseln der Ver-bindungen , oder das Leben. Folglich was da ist, das bleibt.Das, was uns wie ein Anfängen und Aufhören vorkömmt, waSwir Aufblühen und Welken, was wir Morgen und Abend, waswir Geborenwerden und Sterben, was wir alt und neu nennen,ist nur ein Spiel von Verbindungen der Dinge im Weltall, oderLeben der Schöpfung. Was wir Tod heißen, ist also selbst eineBestätigungsurkunde des Lebens, und Handlung des Lebens,und Leben selbst!
Zeit und Ewigkeit sind für Gott daS Gleiche. Aber sie sindes auch für mich. Wozu diese Unterscheidungen? Es ist nur e i nEwiges. Ich komme nach dem Tode in die Ewigkeit, aber ichbefinde mich jetzt schon in der Ewigkeit. Ich komme nach demLode zu Gott; aber ich bin jetzt schon bei Gott, mit Gott, durchGott, in Gott!