fort, und wirkt wie im Sommer, so im Winter fort, imSamenkorn, im Weltall. Bringt die Frühlingssonne die vomSchöpfer festgesetzten Bedingungen zurück, unter welchen dieLebenskraft auf den Staub um sich her wirkt: so wirkt sie, undeine neue Staude keimt, grünt und blüht. So ist Alles ewigdas Alte und dasselbe, so neu es auch ewig dem Auge derMensche« erscheinen mag.
Da wird nichts Neues; da vernichtet sich kein Altes. Waswir neu und alt nennen, sind Unterscheidungen unsers Ver-standes, Nothbehklfe unserer schwachen Fassungskraft. In derThat und Wahrheit ist in der Natur nichts Neues, nichts Altes,denn Gottes Schöpferwerk ist ewig. Im Ewigen ist nichts neu,nichts alternd; denn es ist ewig immer dasselbe. Nur die Ver-bindungen der Dinge ändern sich, und das ist es, was wir zeit-lich nennen. Ob nun eine Blume abwelkt, und sich auflöset inStaub und Dunst, oder ob im unendlichen All der Dinge einvon Millionen Wesen bewohnter Weltkörper, wie unser Erdball,sich auflöset und vergeht: cs ist dasselbe. Weder die Beftandtheileder Blume, noch des Weltkörpers, können aus dem WeltallGottes entweichen. Nur die Verbindungen desselben haben sichgeändert. Wir machen den Unterschied zwischen Blume undWeltkörper, weil uns das eine klein, das andere ungeheuer imVcrhältniß zu unserm Leibe vorkommt. Für den unendlichen,allgegenwärtigen Gott ist nichts groß, nichts klein. Daher dergeringste Wurm und der gewaltigste Sterbliche auf Erden vorihm gleich wichtig sind; beide umfaßt, als seine Geschöpfe,ohne Unterschied seine Vorsehung und Liebe.
Wir müssen keineswegs uns einbilden, daß das, was wirin unserm kleinen Lebensraum, mit unserm kleinen Maßstab,mit unserm beschränkten Vorstellungsvermögen, in der SpanneRaumes mit kurzsichtigem Blick übersehen können, Alles so sei,wie wir es nennen, weil wir uns doch einander mit Wortenverständigen müssen. Wir machen Unterschiede, wo in der Naturan und für sich selbst keine sind. Für uns ist das Unsichtbare,und was wir auf Erden auf keine Weise wahrnehmen können,so gut als nicht vorhanden. Es ist durchaus nichts auf Erden