Druckschrift 
8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
396
Einzelbild herunterladen
 

396

anfangs darauf gefaßt machen, vielen verdrießlichen Hinder-nissen seiner guten Absichten zu begegnen. Denn fände das Ge-deihen des Guten und Nützlichen nicht allerlei Schwierigkeiten,so machte es sich von selbst, und hätte deines Arms und deinesHerzens nicht vcnnöthen.

Wer nach seinen besten Ueberzeugungen das Beste im Lebenvollbringen, ein Muster der Gerechtigkeit, Billigkeit, Wahrheits-liebe und Gemeinnützigkeit sein will, muß sich gleich anfangsvarauf gefaßt machen, daß ihm viele Menschen entgegenarbcitcnwerden. Viele deswegen, weil sie als neidische Wesen überhauptdas Lobenswürdige hassen, was sie nicht selbst erfunden odervollbracht haben; Viele, weil ihnen dadurch manche geheimeciger.nütz-'ge Absicht vereitelt werden kann ! Viele, weil sie, selbstohne innern Werth, sich andere Menschen auf keinen Fall besservorstellen können, als sie leider selbst sind, und daher auch denbesten Menschen immer niedrige Gesinnungen unterschieben, unsden redlichsten Handlungen eigennützige Zwecke zutrauen; Viele,weil sie zwar nicht schlechter» Willen als du, aber ganz andereAnsichten der Dinge haben, indem ihre Erziehung, ihr Tem-perament, ihre Erfahrungen, ihre äußern Verhältnisse ganzvon den deinigen verschieden sind; Viele, weil sie dich für einensonderbaren Schwärmer halten, ungeachtet sie der Güte deinesWillens alle Gerechtigkeit widerfahren lassen können.

Aber wenn du mit deinen Ueberzeugungen im Reinen bist;wenn tu sie mit dem Willen der Gottheit, mit der Stimmedeines Gewissens verglichen und rein von der Einmischung allerLeidenschaft gefunden hast, und erkennst, deine Wahrheit seiwahr, dein Unternehmen für die Welt beglückend: laß nichtab, dir selbst getreu zu sein ! Denn cs ist ewig gewiß, daß denen,die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. Jedes Hinder-niß wird deine Kraft zu größerer Entwickelung reizen, wird ver-hindern, daß du nicht erschlaffest; jeder Widerspruch, jederEinwurf wird dich aufmerksamer auf dich selbst machen, urdauf das, worin du sonst vielleicht gefehlt haben oder zu weit ge-gangen sein würdest. Alle diese Unannehmlichkeiten können nur