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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
374
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von größerer Bildung, als wir; sie können mit einander reden,und sich einander verstehen, wenn sie auch tausend und tausendMeilen von einander wohnen, wenn gleich Gebirge, Meere,Ströme und Wüsten sich zwischen ihnen lagern. Und vernimmter von der Kunst des Briefschreibens: so hält er sie für über-natürliche Zauberei.

Sind wir in Rücksicht unsers künftigen, erhabcnern Zu-standes, in Rücksicht unserer jetzigen Betrachtung desselben, vielanders, als jener Wilde in Rücksicht zu uns?

Der Gedanke an das Wiedererkennen, an das Wiederfindendieser Geliebten jenseits des Todes in einem bessern Leben, istmit dem Gedanken an wahrhafte Unsterblichkeit eins. Wirkönnen nicht das Eine vom Andern trennen, ohne sogar unsereVorstellung von der höchsten Vollkommenheit und Liebe Gotteszu vernichten. Mögen unsere Vorstellungen von dem Jenseitsimmerhin sehr unvollkommen sein, wie sie es denn sein müssen;so begnügen wir uns mit den Ahnungen über die Loose derEwigkeit. Wir sind Kinder; so lasset uns mit kindlichein Ge-müthe an jenes Leben glauben und denken. Denn was dortunser wartet, wo das Verwesliche wird Unverwesliches anzichen,kann keine irdische Sprache nennen, kein Sterblicher fassen.

Aber der Gedanke an die Unsterblichkeit, an das Wiedersehenin der Ewigkeit, hat auf unser Herz, auf unsere Tugend einen all-zuwichtigen Einfluß, daß wir ihn nicht oft, nicht gern in unsunterhalten sollten. Unser göttlicher Meister gab uns nicht ver-gebens davon die Vorstellung. Wir werden uns wiedererkennenund unsere Thaten; er sagte dieses ausdrücklich in seiner Beschrei-bung des großen Tages der Vergeltung.Wo haben wir dich ge-sehen ? wo haben wir Gelegenheit gehabt, Dir wohlzuthun?" läßter in seiner bildlichen Erzählung die Gerechten und die Sünderfragen, und er antwortet ihnen: wahrlich ich sage euch, wasihr gethan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern,das habt ihr mir gerhan. (Matth. 25, 40.)

Der Gedanke an das Wiedcrfinden in der Ewigkeit hat aufunsere Tugend, auf unfern sittlichen Wandel eine mächtige Wir-kung. Warum sollte ich mich w. ndern, daß Mancher ihn zu unter-