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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
373
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innerungen aus seinem frühem und später» Leben mit erschüt-ternder Lebhaftigkeit, die er während des Wachens seit langenJahren vergessen zu haben glaubte.

Nicht nur war dieses von jeher die Meinung aller aus derersten Rohheit hervorgegangenen Völker, sondern selbst Jesus,der Gottmensch, deutete auf diese Wiedervereinigung unsererVergangenheit in jener ernsten Abbildung hin, we-che er demkünftigen Geiste der Menschen vom Tage der großen Vergeltunggibt (Matth. 25, 31 46.) Da führr er die Frommen redendein; da läßt er sie^fragen:Herr, wann haben wir dich hungriggesehen, und haben Dich gespeiset? oder durstig, und habenDich getränket?" Jesus Christus, göttlicher Weisheit undOffenbarung voll, verkündete den Sterblichen nicht nur dieUnsterblichkeit, sondern auch die ununterbrochene Fortdauerdes Bewußtseins ihrer Handlungen. Diese Stetigkeit des Be-wußtseins aber ist nicht möglich ohne Erinnerung an diejenigen,mit welchen wir auf Erden so genau verbunden waren. Dennuns sie bezogen sich ja unsere Handlungen, auf sie unsere Tu-genden und Laster, auf sie unsere Liebe, unser Haß, unstrEdelmuth, unsere Bosheit, unsere Barmherzigkeit, unsereGrausamkeit.

Zwar mag es dem irdischen Verstände, der nichts als dieirdischen Hilfsmittel kennt, schwer fallen, zu begreifen, aufwelche Art und Weise wir in einem andern Leben diejenigenwiedererkennen, wiederfinden werden, an welch? uns GottesLiebe mit den Banden der Liebe knüpfte. Aber ist es nicht thö-richt, dasjenige zu verwerfen, als wäre es nicht, was wirwegen unserer schwachen, irdischen Einsichten nicht in unsererEinbildungskraft uns vorstellen können? Müssen höhereWesen, wenn sie Zeugen unserer Schwäche und unsers Eigen-dünkels sind, nicht eben so über uns lächeln, wie wir über denWilden jenseits des großen Weltmeers lächeln, der in seinerUnwissenheit es für unmöglich hält, daß Menschen einander ihregeheimsten Gedanken umständlich mittheilen können, ohne sichzu sehen, ohne sich zu sprechen? Auch er verspottet denjenigen,der zu ihm spricht: Siehe, cs gibt Menschen von höherm Geist,