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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
372
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Stäubchen aus seiner Schöpfung vernichtet, geschweige die edleKraft vernichten wird, die Gott denken, Gott verehren kann;den menschlichen Geist.

Du bekennest, es ist ein Gott; so bekennest du auch: Ja,Unsterblichkeit ist nothwendig das Loos unsererSeele!

Ist aber deine Seele unsterblich: so bekennest du, daß dudir deiner auch noch nach dem Tode auf irgend eine Art bewußtbleibst. Denn nicht wissen, daß du da bist, heißt Ver-nichtung. Oder nicht wissen, daß du warst, und wie du warst,heißt keine Fortdauer, sondern neues Anfängen, neue Schö-pfung.

Nicht wissen nach dem Tode, daß wir waren, macht unsereTugend, unfern Edclmuth, unsere Aufopferungen auf Erdenunnütz. Denn wozu eine Belohnung droben, eine Veredelung,wenn wir nicht mehr wissen, warum? Oder warum ein Gerichtüber unsere Schande droben, eine Vergeltung, wenn wir nichtmehr wissen, wodurch wir die Strafe, die Unwürdigkeit unsersSchicksals verdient haben? Alle Vergeltungen in jenerWelt wären zwecklos; himmlischer Lohn und himmlische Strafewürden Ungerechtigkeiten sein oder heißen können. Die Tugend,die Veredlung der Seele auf Erden, so wie ihre Verschlim-merung hienieden, wären ohne Zusammenhang mit einem künf-tigen Leben und beinahe gleichgültig.-Wer an die höchste

Gerechtigkeit Gottes, wer an die unbedingteste Heiligkeit Gottesglaubt, der glaubt auch an ein wahrhaftes Fortdauerndes Geistes, an ein un zerrissen es Fortdauern, an eineninnigen, geistigen Zusammenhang zwischen dem Hiersein undDortsein.

Dieser Zusammenhang aber ist nicht möglich, ohne das Be-wußtsein der Seele, daß sie war, und wie sie ehemalswar; ohne Erinnerung des Gewesenen. Die Seele, entbundenvon ihrer gebrechlichen, groben Hülle, dem irdischen Leibe, derihre Thätigkeit oft schwächt, wird dort vielleicht freier wirken,als wir hienieden fähig sind, uns vorzustellen. So erscheinenoft dem Greise im Traume, wenn sein Körper schläft, Er-