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69.
Deutungen aus der Ewigkeit.
Fünfte Betrachtung.Wiedersehen.
Zoh. <6/ IS. 22.
Wenn ich einst ausgerungen habe/
Die Freundschaft über meinem GrabeDes Scheidens letzte Zähre weint:
Dann lächl' ich froh im sel'gen Leben/
Wo meine Theurcn mich umschweben/
Wo die Getrennten Gott vereint.
Was hier nur klein.- nur schwach begönne»/
Wird dort vollendet ausgesponnen -Vollendung heißt die Ewigkeit.
Der treuen Liebe Keim auf ErdenWird dort erst.volle Bliithe werden/ »
Denn Gott ist dort und Seligkeit.
Erhebe dich, o meine Seele, aus dem Gedränge dieses Lebenszu deiner Freiheit; — empor aus dem Druck deiner Sorgenzur Ahnung ewigen Friedens; — empor aus dem Getümmelaller Zerstreuungen zum Anblick deiner bessern Bestimmung!
Denn was ist der Tropfen des irdischen Lebens, in welchemdu hier schwelgst, gegen das Meer unendlicher Herrlichkeit^welches du jenseits dieser flüchtigen Traumstunden bewundernsollst? Was ist alle Pracht des Erdballs, aller Schimmer desgoldenen Staubes hienicden, gegen den Glanz, welcher dir ausden Pforten der Ewigkeit entgegenleuchtet? — O warum be-wunderst du die spielende Flamme deiner Kerze, mit der dudeine Wohnungen erhellst? Was ist sie gegen die Gewalt derSonne, in deren Strahlenfluthen unermeßliche Welten schwirmmen, Wärme, Licht und Leben trinkend?
Ja, Ewigkeit, du letztes Ziel, wohin Alles eilt, der Wei-nende und der Frohe, der König und der Bettler, der Weisesteund der Thörichtste, der Greis und das tändelnde Kind, —Ewigkeit, du unser Aller harrend, sei heute mein Gedanke! —Meine Seele fühlt sich freier, erhabener, reiner, wenn sie dich
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