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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
363
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denkt und nennt! Das Irdische, was mich bisher entzückte,oder was mich mit seinen Dornen verwundete, wird vor dirgering und verächtlich. Die Religion erscheint mir liebens-würdiger , göttlicher, verklärender, indem sie wunderbareAhnungen des künftigen Daseins in meine Brust senkt.Ewigkeit, du, vor deren Anschauen der Leichtsinn schaudert, dieSünde erblaßt, der Zweifler mit dumpfer Ungewißheit bebt,-Ewigkeit, du Gottgeborne, du Vollenderin alles Begonnenen, duVergelterin mit Richtschwert und Palme, du Allesversöhnende,Allcsausgleichende, Ewigkeit, du bist des Weisen Trost, desChristen freudige Hoffnung.

Auch mir, auch mir sollst du Trost und Hoffnung sein;Trost, wenn ich über mein kummervolles Schicksal weine, Hoff-nung, wenn ich in den fröhlichen Reihen meiner Freunde michdes Lebens erfreue. Trost, wenn meine irdischen Aussichtenfinster werden wollen; Hoffnung, wenn mich im Schoos desGlückes der Gedanke beschleicht: Alles wechselt, und was derMensch hat, wird ihm wieder genommen! Trost, wenn dieHand des Todes meine Geliebten mir entführt, und ich an ihremSterbebette traure, und mit nassen Blicken ihre kalten, bleichen,starren Gesichtszüge betrachte, welche mir nie mehr freundlichlächeln werden; Hoffnung, wenn auch mir einst der Wink desTodes gilt, und ich von treu ergebenen Seelen, von zärtlichenFreunden, von schluchzenden Waisen scheiden muH.

O meine Hoffnung, mein Trost, Ewigkeit, du durch Jesummir geoffenbarte du bist es, die den ganzen Schatz der hierentflohenen Freuden mir aufdewahrt! < Warum denn bebenvor dir? Zu dir hinüber wehte der Sturm die schönen Blüthen,welche er mir aus dem Kranz der Freuden riß. Warum dennbeben vor dir? Nur in dir, sonst nirgends kann ich wiederfindcn,was ich auf Erden verlor, und was ich auf Erden verlassen muß.

Wie tief und selig erschüttert mich der Gedanke, daß ichwiederfinden werde, was ich verlor! Daß ich hoffen darf, dieich unterm Himmel sah und liebte, dort wiederzusehen! Omeine theuren, meine heißgeliebten Aeltern, o ihr zärtlichenGespielen meiner Kindheit, o ihr mit den Banden des Blutes