licbtcsten waren; endlich die Sadducäer, welche alle münd-liche Überlieferung verwarfen, und nebst manchem Andern,was die Pharisäer lehrtcn, auch die Auferstehung der Todtenläugneten. In einer Unterredung mit Jesu suchten sie ihm ihreZweifel auseinander zu setzen oder zu erregen, indem sie irdische,bürgerliche oder verwandtschaftliche Verhältnisse in?ms künftigeLeben übersetzten, und daraus Bedenklichkeiten folgerten. Weßkann, sagten sie, das Weib sein dort, welches nach und nachdie Ehefrau von sieben Brüdern gewesen? Jesus antwortete:Ihr irret, und wisset die Schrift nicht, noch dieKraft Gottes! In der Auferstehung werden sie weder freien,noch sich freien lassen, sondern sie sind gleich, wie die EngelGottes im Himmel. (Matth. 22, 29. 30.)
Aehnlich diesen Zweifeln der Sadducäer sind die oft sehrseltsamen Gründe, welche man aus dem gewöhnlichen Lebenhernimmt, um sich über den Zustand der Seele nach dem Todezu beunruhigen. Die Hand, welche nur betastet, aber nichts -hören kann, möchte das Rollen des Donners bezweifeln, weilsie ihn nicht zu begreifen vermag. Sie läugnet ihn, während ihnbas Ohr vernimmt.
So fragt Mancher: Werden wir auch Bewußtsein und Er,innerung behalten, wenn wir den Leib ändern? Denn obwohlunser Geist fortdauert, würde doch ohne Bewußtsein und Er,innerung diese Dauer für ihn ein so neues Leben sein, als wäreer erst in die Welt getreten und vorher nie gewesen. Und fändedurch Bewußtsein und Erinnerung keine Verknüpfung zwischendem künftigen und diesem Leben statt: so würde der Tod wieeine Art Vernichtung anzusehen sein.
Auch bei diesen Zweifeln sind, wie bei jenen der Sadducäer,die Ursachen aus Ereignissen des irdischen Lebens entlehnt. Manvergleicht den Zustand der Seele nach dem Tode mit dem Zu-stande der Seele während des Schlafes oder der Ohnmacht imLeben, da sie von dem, was mit ihrem Leibe geschieht, auchnichts weiß und sich nichts erinnert. Und daraus erweckt mansich nur Bekümmernisse! O ihr Kleingläubigen und Aengstlichen,