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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
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Beschaffenheit eines künftigen Daseins. Denn diese Vor-stellungen richten sich sehr natürlich nur nach demGrade der Geistesausbildung, nach dem Maße derErfahrungen und Erkenntnissevon Gottes Werken,so die Menschen in verschiedeneZeitalter »hatten.So zum Beispiel, als man in frühesten Zeiten noch nicht umdie ganze Erde Reisen gethan und erfahren hatte, daß sie eineim Himmel schwebende und sich täglich um sich selbst und jährlichum die Sonne herumwälzende Kugel sei, glaubte man, unterder Erde sei der Aufenthalt der Verdammten, und ihre O.ualsei das Feuer, dessen Flammen aus den bekannten feuerspeiendenBergen lodern. Jetzt wissen unsere Kinder in den Schulenschon, daß rings um den Erdball der Himmel, und die Erdenur einer von den kleinern Weltkörpern ist, die das ewigeAll in regelmäßigen Bahnen durchschweben. Ehe man wußtemit Hilfe der Fernrohre die Größen, Entfernungen undBahnen der nächsten Sterne zu bestimmen, hielt man dirsefür gleich weit von uns entfernte Himmelslichtcr, und dachtesich den Aufenthalt der Frommen jenseits derselben, und ihreFreuden und Beschäftigungen eben so sinnlich wie hienieden.Jetzt wissen auch unsere Kinder in den Schulen, daß jederStern eine Welt, und 'das Weltgebäude eine Unendlichkeitvon Welten sei. So hatte jedes Volk, jede Religionsparteiihre eigenen Einbildungen von dem Orte der Seligen und Un-seligen, wie denn noch heutiges Tages die Vorstellungen desKindes und der Weisen über den gleichen Gegenstand sehr ver-schieden sein müssen.

Als Jesus Christus unter dem jüdischen Volk auftrat undlehrte, fand er unter den Bckennern der mosaischen Religionverschiedene Sekten. Dergleichen waren z. B. die Essäer,welche eine sehr strenge, eingezogene Lebensart führten, undnur auf frommen Wandel und Entsagung sinnlicher Lüste Werthsetzten; die Pharisäer, welche dagegen viel auf äußerlichenGottesdienst und genaue Befolgung der von Moses verordnten,oder durch mündliche Ueberlieferung vom Alterthum empfan-genen Lehren und Zeremonien hielten, auch beim Volke die be-