Geist eine Kraft. Seine Wirkungen, das heißt, seine Gedanken,seine Wünsche, seine Aeußcrung-en, ändern sich und sind ver-gänglich; er selbst aber vergeht nicht mit den Worten, die erausspricht. Das Licht wird nicht schwächer durch die Strahlen,die von ihm abfließen. Man sagt, die Blume sei vergänglich.Sie isr's, denn sie ist nur die Wirkung ewig vorhandener Ur-kräfte. Aber zerfällt gleich die Blume, bleiben doch die Kräfteim Weltall, welche die Grundstoffe der Blume dar stellen.
Und'ich erkenne ein großes Gesetz im weiten Gebiete des gött-lichen Weltalls. Es löset sich A l l os wieder in Seines-gleichen auf. Das Wasser sendet Nebel und Wolken zumHimmel; aber im Thau und Regen sinken Nebel und Wolkenwieder nieder, und losen sich zu Wasser auf. Die Blume,das Thier, der menschliche Leib, aus Erde entsprungen, mitirdischen Stoffen genährt, sinkt wieder in seiner Zeit zu Boden«nd löset sich in Erde auf.
Wie nun die bewußtlosen Kräfte oder Stoffe nach mannig-faltigen Verbindungen wieder in ihre ursprünglichen Familienzurückkehren, werden die sich bewußten Kräfte, die vernünftigenWesen, die Gott denkenden Geister, wieder zu ihrer ursprüng-lichen Geisterfamilie heimkehren. Nach dem gleichen allgemeinherrschenden Gottesgesetz in der Natur wird im Tode meinKörper Staub, aber mein Geist schwingt sich in die ihm cigen-thümliche Heimath auf. Ist jenes allgemein in der Natur vcr- ,breitete Gesetz nicht eine Deutung von der Ewigkeit? Habe ichcs recht verstanden?
Habe ich Dich verstanden, o Jesus, mein göttlicher Er-leuchtet, als Du zu Deinen Geliebten auf Erden von Deinembevorstehenden Tode sprachst, um sie auf die schwere Trennungvorzubereiten? — als Du zu ihnen sprachst: Hättet ihrmich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich ge-sagt habe, ich gehe zum Vater; denn der Vaterist größer, denn ich!
D wenn auch mich einst der Friedcnsengel der bessern Weltküßt und dem Staube entführt, er, den die Menschen Todnennen: weinet dann nicht, ihr meine Geliebten, denn auch.