Druckschrift 
8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
326
Einzelbild herunterladen
 

Unvergänglichen, Zweckmäßigen und Wohlgeordneten seinerSchöpfungen überzeugen, je mehr werden wir innere Sicherheitempfinden, daß eben diese unwandelbare, durchs unermeßlicheAll verbreitete Weisheit, Macht und Huld auch immerdar, undwo cs sei, unfern Geist festhalten werde in seinem beseligenden,wohlgeordneten, zweckmäßigen und unvergänglichen Reiche.

Wer die Welt kennt, die uferlose, ewige Welt, der er-schrickt nicht vor der Scheidestunde von dieser Erde, diesem sichim unendlichen All verlierenden Sonnenstäubchen. Der hatvon Gottes Größe aber noch einen sehr schwachen Begriff, werdie Erde, die wir bewandeln, für den Mittelpunkt aller Herr-lichkeit hält, um welche sich andere Erden und Sonnen desWeltalls bewegen. Ach, es ist durch die Forschungen derHimmelsbeobachter mehr als hohe Wahrscheinlichkeit, daß wirmit unserer Erde weit vom Mittelpunkte des Universums, anSem Außenende unzähliger Weltenordnungen schweben; dahercs kommen mag, daß der gestirnte Himmel, während wir inallen andern Schöpfungen die erhabenste Regelmäßigkeit undOrdnung anstauncn, uns die unzähligen als Sterne entferntstrahlenden Welten in seltsamer Verwirrung durch einander dar-stellt, bald an einem Orte dichter zusammen häuft, bald anandern Stellen sparsamer gesäet. Stande der Stern, welchenwir Menschen hier bewohnen, höher und tiefer im Chor derherrlichen Welten, vielleicht würden wir im sogenannten Sternen-himmel die Reihen und Ordnungen des Weltgebäudes in wunder-barer Einheit erblicken. So scheint demjenigen, der am Außen-ende eines regelmäßig gepflanzten Waldes in unvortheilhafterStellung die Pflanzungen betrachtet, unauflösliche Verwirrungdarin, Zufall und Willkür im Stande der Bäume, während ervom Mittelpunkt aus oder aus einem günstigern Beobachtungs-orte erst die schöne Regelmäßigkeit der Pflanzungen beurtheilenkönnte.

Wer die Welt kennt, weiß, daß in dem großen All derDinge Alles von ewiger Dauer, Alles nur ein weitverbreitetesReich von mannigfaltigen Kräften ist. Diese Kräfte bleiben,und ihre Erscheinungen ändern ab. So ist auch der menschliche