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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
323
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der Seele entlehnen. Dies Kleid sind wir nicht selbst. Wir sindunsterblich. Die ganze Natur und die Offenbarung, welche wirempfangen haben durch Jesum, den der Vater sandte, durchJesum, der wieder zum Vater ging, predigt uns dies. Ohnediesen Glauben, der mehr als Glaube ist, der ein innerstesschönstes Gefühl des Gemüths, ein Gesetz unsers Geistes ist,wäre die Gottheit keine Gottheit, die Welt keine Wel-t, dieVernunft keine Vernunft, all unser Denken und unser Seinselbst ein planloser Wahnsinn.

Ehe die Menschen der Urwelt, noch ganz nahe den Tagenihrer Schöpfung, verstanden, Städte zu bauen, Waffen zwschmieden oder Tücher zu weben, waren sie schon mit dem Da-sein eines allmächtigen, höchsten und gütigen Wesens vertraut,und vertraut mit dem Bewußtsein ihres unsterblichen Lebens.Und noch Jahrtausende an Jahrtausenden werden über unser»Erdball hinwegzichen; es werden sich alle Oberflächen desselbenverwandeln; wo jetzt Wüsten sind, können einst weitherrschendeStädte glänzen; wo jetzt die Thronen der Kaiser und Königestrahlen, können einst Einöden stehen, wo kaum noch Trümmer

vcrrathen, was gewesen ist-aber das Bewußtsein der

ewigen Fortdauer und das Bewußtsein von Gottes Sein ver-wandelt sich in den Menschengeschlechtern so wenig, als irgendeins der Naturgesetze vernichtet wird, durch welche das Weltallbesteht. Und hat es jemals Sterbliche gegeben, oder gibt esderen noch, welche die Unsterblichkeit ihrer Seele bezweifelten,oder wohl gar läugneten, so hat man solche von jeher alsGemüthskranke angesehen, die, von den Kräften ihres Vor-stellrmgsvermögens falsche Anwendung machend, sich rn wahn-sinn-ähnliche Träume verloren.

Das unauslöschliche Bewußtsein unserer beständigen Fort-dauer haben einige Schulwcise versucht, mit Gedanken undWorten zu beweisen, wie man die Richtigkeit von selbstgeschaf-fenen Begriffen und Rechnungen beweisen kann. Aber die Un-sterblichkeit ist kein selbstgemachter erst erfundener Begriff, son-dern ein bloßes Aufblühen und Entfalten unsers denkendenWesens, u-.-.d wir können es so wenig mit Worten beweisen.