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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
322
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wir das abgcschnittene Haar, welches weggeworfen wird?Wie wenig bekümmern wir uns um diese Trennung! Wenndem Krieger in der Schlacht seine Gebeine verstümmelt werden,und er sie verscharren steht in die Erde: ist ihr Zustand dannder seinige? Sie modern. Er fühlt von ihnen nichts. Er istnoch, und fühlt sich als etwas ganz Anderes, denn dasjenigeist, was des Verweftns fähig ist.

Was liegt uns endlich an der Hülle? Sie ist ein veraltetesoder schadhaft gewordenes Kleid des ewigen Geistes. Warumschaudern wir nicht täglich über das Verwesen unsers Körpers,da er in der That täglich verweset? Denn nach Beobachtungengroßer Naturforscher und Aerzte verändert der Mensch seinenLeib bei einer mäßigen Lebenslänge mehrmals in der Frist ver-schiedener Jahre, also daß wir nicht mehr als Jünglinge, alsJungfrauen den gleichen Leib, das gleiche Fleisch und Bluttragen, wie als Kinder, und im Greisenalter größtenteils einanderes haben, denn im männlichen. Hoch wir empfinden dieseVerwandlungen nicht, weil sie durch unmerkliche Absetzungen,Ausdünstungen und Verluste vor sich gehen. Wird endlich dieletzte der Verwandlungen, da wir ganz v?n der groben Hülleg trennt werden, für uns merklicher sein? Wer hat denn schondas leise Jneinandcrverschwimmen des Wachens und Schlafensbeim Entschlummern selbst beobachten können? Wie viele Men-schen starben mit dem hellsten Bewußtsein ihres Sterbens! Siebelauschten sich gleichsam während der merkwürdigen Ver-änderung selbst. Sic konnten sogar allen Gesunden, unbegreif-lich durch welches Gefühl und auf welche Weise, dm Augenblickziemlich genau von ihrer Auflösung voraus angeben, der dannauch eintraf. Aber sahen wir bei solchen ruhig Verscheidendeneine Spur von Widerwillen und Schmerz bei der Entschwindungder Seele aus dem Körper? Und selbst wer unter Schmerzeneines in seinen innern Einrichtungen zerstörten Körpers starb,empfand die Schmerzen nicht mehr, wenn der süße Augenblickdes Trennens selbst herannahte.

Hinweg also alle unangenehmen Todesbilder, welche wirvon dem leeren, in Asche zerfallenden, weggeworfenen Kleire