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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
324
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als daß wir unser schon auf Erden bewußt sind. Es ist genug,daß wir sind, dessen sind wir uns bewußt; erst aus diesemBewußtsein und durch dasselbe sind alle andern Begriffe möglich.

Aber es ist im Grunde auch den Menschen weit weniger umsogenannte Beweisgründe ihrer ewigen Fortdauer zu thun,welche ohnehin schon durch eine innere Nothwendigkeit desGlaubens überflüssig sind, als vielmehr darum, daß sie gernvoraussehen möchten, wie diese Fortdauer des Geistes beschaffensein werde; welches das Schicksal und die Empfindung des Geistesnach der Trennung vom Körper sein möge; welch eine Beschaffen-heit es mit dem habe, was wir die Ewigkeit heißen.

Gern gaukelt der Vorwitz des Sterblichen mm die Geheimnissedes zukünftigen Seclenzustandes, und vielerlei ist von Vielenüber das dereinstige Leben geträumt worden. Verzeihlich ist dieNachfrage. Sie quillt aus der Liebe zum Leben und aus demin uns erblühenden Bewußtsein der Unsterblichkeit. Doch müssenwir nie vergessen, daß wir als Menschen, welche das Weltallnur vermittelst fünf sehr beschränkter Sinne erkennen, noch aufeiner niedrigen Stufe der unendlichen Wesenleiter stehen, alsodaß wir von dem, was unser Geist in ganz neuen Verbindungensein und wahrnehmen wird, so unmöglich eine Vorstellung fassenkönnen, als nur schon auf Erden ein Blintgeborner ahnen kann,was er dann sein und wahrnehmen werde, wenn ihm ein neuerSinn, nämlich das Sehen, aufgeschlossen würde, und dasWeltall ihm gleichsam durch ein vorher unbekanntes Thor insGemüth cinströmt. Wir müssen nie vergessen, daß, eben sounmöglich, als der menschliche Geist schon jetzt sich selbst undsein Wesen kennt, er zu erfahren im Stande ist, was er seinemWesen nach dann sein werde, wenn der finstere Schleier vonihm abgehoben ist, welcher ihn hienieden als Körper bedeckt.

Offenbarungen haben wir durch Jesum empfangen, denGott ins Menschengeschlecht sandte. Allein diese Offenbarungensind ausgesprochen, wie sie für Menschen faßlich sind. Ohneein entkörperter Geist zu sein und im Ewigen selbst zu schweben,ist's unmöglich, treue Vorstellungen von dem Jenseits der Ver-wandlungsstunde zu haben. Jesus aber nannte den Tod nur