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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
312
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Nicht, daß wir über die Beschaffenheit des künftigen Lebens,über die Art, wie und wo unsere Seele dann sein werde, infruchtlose Grübeleien eintreten. Das ist nicht nothwendig, ummit dem Gedanken an die Ewigkeit vertraut zu werden. Der-gleichen Untersuchungen führen zuletzt doch immer nur denWeisen zum Gefühl seiner menschlichen Beschränktheit, zurWahrnehmung von den Schranken seines Verstandes; undden Thoren zu bunten, verworrenen Spielensseiner Einbildungs-kraft ; zu Vermuthungen ohne sichern Grund; zu Träumereien,die sogar für schwache Gemüther der Seelenruhe gefährlichwerden können; zu Schwärmereien, die schädlichen Einflußauf unsere Denk- und Handlungsart haben können, oder derGesundheit des Leibes Nachthcil bringen.

Millionen Menschen dach>rn, o Sterblicher, vor dir, andie Geheimnisse des künftigen Daseins, und erforschten sie nie-mals. Denn der Schleier, welchen die Hand Gottes davorzog,ist undurchsichtbar. Auch du mit deinem Nachdenken wirst dasdunkle Jenseits nicht durchdringen, nicht eher, bis Gott dichruft. Verwirf also die thörichten Versuche, über die Naturdeiner Seele in der Ewigkeit, über ihren Aufenthaltsort nachder Sterbestunde, über ihre Beschäftigungen nach dem Tod'eLicht und Aufklärung zu erhalten. Achte weder der Reden,noch der Schriften solcher, die sich über dergleichen dem Augeverborgene Dinge ein Gespinnst von Träumereien erfanden,oder wohl gar glaubten, was sie mit thörichter Vermessenheitschwärm'en, in Stellen der heiligen Schrift bewiesen zusehen. Ach, wie wollen sie die Geheimnisse des ewigenLebens ergründen, sie, deren blöde Geistesaugen noch nichteinmal die wunderbaren Dinge der Welt, die gcheimnißvollenEinrichtungen der Schöpfung enträthseln können, die sie hie-nieden alle Tage erblicken? Wie dürfen sie. sich weiser dünken,als die höchste Weisheit, welche unsere Zukunft nicht ohneUrsache in wohlthätige Dämmerungen verhüllte? oder mäch-tiger zu sein, als die Hand des Herrn, welche den Vorhangvor den Wunt een der Ewigkeit hält?