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Sich vertraut machen mit dem Gedanken an die Ewigkeit,heißt : So oft ein Anlaß erscheint, sich daran erinnern, daßwir geboren sind für die Unendlichkeit des Lebens;daß Gottes unerschöpfliche Vaterliebe unendlich ist, wie dasDasein unserer Seele; daß die Hand, welche uns schon hierauf Erden so mancherlei Freuden und Entzückungen verlieh,auch dann nicht ärmer an Schätzen sein werde, wenn wir unszum Genüsse höherer Vollkommenheiten würdig und empfänglichgemacht haben ; daß die Gnade des allmächtigen, allliebendenSchöpfers, die seit Ewigkeit über das unermeßliche Weltallwaltete, und auch unfern Geist aus dem Nichts hcrvorrief, durchEwigkeiten fortwalten wird; daß mit diesem unerschütterlichenVertrauen auf ihn jede Verwandlung unsers Schicksals, alsoauch die Verwandlung, welche im Tode mit uns vorgeht, füruns Wohlthat sein müsse; daß wir nur dann eines schöner»Looses jenseits der Sterbestunde gewärtig sein können, wennwir uns desselben würdig gemacht haben ; daß wir dort edlerstehen werden, wenn wir hienieden nach der Anweisung desgöttlichen Jesus edler, vollkommener geworden sind; daß, weilwir hienieden, je mehr wir an Weisheit und Tugend wachsen,größere Seligkeit empfinden, auch dort namenlose Seligkeitunser Lohn sein, werde; daß, wenn wir die Seele hieniedenvernachlässigen, und nur diejenigen Triebe, Wünsche und Be-gierden erfüllen, welche unser Leib uns einflößt, wir unsselbst zur Unvollkommenheit, zu einem traurigem, schrecklichemSchicksale nach dem Tode verdammen; daß, wer hienieden seineSeele vernachlässigt, dort, und hätte er auch hienieden die ganzeWelt gewonnen, der Aermste sein müsse, weil im Geisterreichenur Geistesschätze, nicht irdische Herrlichkeit, gelten.
Dies ist cs, was die heilige Schrift lehrt. Dies ist es, wasJesus, der Weltheiland, der Wcltenrichter, lehrt, wenn ersagt: Und es werden hervorgehen, die da Gutes gethanhaben, zur Auferstehung des Lebens; die aber Uebels ge-than haben, zur Auferstehung des Gerichts. (Joh. 5, 29.)— Darum, meine lieben Brüder, seid fester, unbeweglich, undnehmet immer mehr zu in dem Werke des Herrn, sintemal ihrVII. 14