an dies Dasein auf Erden festhält, offenbarte sie zugleich allenGemüthern ihre erhabene Bestimmung. Alle Völker, wenn sieeinmal gleichsam aus dem dumpfen Schlummer thierischerRohheit erwacht sind, umfassen mit Inbrunst die Vorstellungeines Lebens jenseits des Grabes. Alle Religionen, selbst dieReligionen wilder Völkerstämme, predigen einen Zustand derSeligkeit oder des Urtheils in einem künftigen Leben. Gewisser,überzeugter aber ist der Christ. Er hat dafür, neben denOffenbarungen Gottes durch die Vernunft, auch die Offen?barungen Gottes durch seinen Sohn Jesum Christum. WieJesus den Tod überwand, so werden auch wir den Tod über?winden, und das Verwesliche vertauschen mit dem Unverwes?lichen.
Auch der Leichtsinn kann den Gedanken an die Ewigkeitnicht hinwrgscherzen. Auch der laueste Christ, welcher in dieserWelt lebt, als würde er auf Erden ewig wohnen, wird vonder Erinnerung an sein Grab überrascht. Auch der Bösewicht,welcher, versunken in seinen Leidenschaften, Thorheiten undLastern, allen Witz aufbietct, alle Scheingründe ergrübelt, umden vergeltenden Gott aus dem Weltall hinwegzuläugnen, unddas Fortdauern des Wesens, das in seinem Körper denkt undwill und wunderbar wirkt, wie eine Fabel zu verspotten, —auch er wird, wider seinen Willen, mitten in seinen Zer»streuungen, von dem Gedanken an Gott und Ewigkeit über-rascht. Es überwältigt ihn dieser Gedanke als eine unzerstörbare,ewig dauernde Wahrheit. Er denkt ihn, und schaudert. — DieTeufel glauben es auch und zittern! sagt der Apostel Jakobus.(Jak. 2, 19.)
Daß der Sterbliche nicht allein für dieses kurze Lebenvorhanden sei; daß er nicht bloß dem Irdischen, sondern aucheiner höhern Weltordnung, einer geistigen Welt angehöre, dafürbürgen ihm drei Zeugen, die er mit allem seinem Leichtsinn,mit allem seinem Witz, mit aller seiner Macht nicht aus demmenschlichen Geschlecht? verbannen kann; und diese drei Zeugenunter allen Völkern des Erdbodens sind : die Allgemeinheit desGlaubens an einen Gott, die Allgemeinheit des Gewiss