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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
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Augenblick noch eine große Freude aufspart, in der endlich allesBittere süß werden muß.

Daran denken freilich wohl auch viele Menschen: doch nichtimmer wählen sie das Rechte. Oft sind sie in der Wahl dessen,was ihnen in der Scheidestunde wohlthun sollte, sehr einseitig.

Es gibt Viele, die ihr ganzes Leben hindurch sorgen undarbeiten, um Geld zu gewinnen, damit sie ihren Kin-dern ein ansehnliches oder doch nothdür ft iges Ver-mögen hinterlassen können. Das ist nun freilich sehrlöblich. Es muß in der letzten Stunde und beim Abschiede vonden lieben Seinigen allerdings eine große Beruhigung sein,wenn man weiß, cs sei doch nun für sie gesorgt, wenn wirihnen auch fehlen. Sie sind nicht ganz verlassen, nicht ohne alleMittel; werden nicht als Bettler, als überlästige Geschöpfe inder Welt umhergestoßen; sind in den Stand gesetzt, ein ehren-haftes, unabhängiges Leben zu führen. Allerdings, dies istgroße Beruhigung. Aber doch ist es nur eine geringe Freude.Denn das gute und böse Schicksal unserer Lieben hängt ja nachunjerm Tode nicht vom Gelde allein ab, was wir ihnen hinter-lassen. Es hängt noch weit mehr von ihren Geschicklichkeiten,von ihren Kenntnissen, von ihren Tugenden, von der Freund-schaft der Menschen, vom Segen Gottes ab. Alle Geldsummenmachen nicht glücklich, wenn wir nicht durch unsere Gemüths-cigenschaften fähig sind, wahrhaft glücklich zu sein. Wohl sichertein anständiges Vermögen unsere Kinder vor allzugroßer Ab-hängigkeit von Menschengunst und Menschenlaunen. Allein werseine Kinder so erzogen hat, daß sie selbst unabhängig vom Geldeglücklich und zufrieden sein können, erst der hat ihnen einenwahren Reichthum hinterlassen, den nicht Diebe stehlen, nichtdie Zeitumstände vermindern, nicht die Motten fressen können.Und endlich, wenn wir keine andere Beruhigung beim Abschiedevon den Unserigen haben, als daß wir ihnen einiges Vermögenhinterlassen, mit dem sie sich weiter helfen können: wie wenighaben wir gethan! Das thun ja auch die Heiden. Wir leistetennur unserer dringendsten Pflicht, unserem eigenen EhrgeizGenüge.