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denn wir würden minder glücklich sein, als wir sind, da unsereWonnen, die wir empfinden, auch die größten sind,welche wir kennen.
Wäre uns ein Blick in die Seligkeit künftigerWelten gestattet, dieUngcduld, sie zu erreichen,würde uns das Hiersein verbittern. Wie leicht, wiebald wäre die Grenze des Lebens übersprungen! Wie vieleTausend Leidende würden in Augenblicken des Unmuths, umeingedenk ihrer Pflichten, die Welt verlassen wollen!
Aber Gott wollte, daß wir auf Erden unsere Bestimmungerfüllen, so wie sie hienieden zu erfüllen ist, daß wir unsereirdische Laufbahn nicht freiwillig, nicht muthwillig verlassen,sondern sie bis an ihr äußerstes Ziel beenden. Daher stellte erals Wächter vor die verschlossenen Thore der Ewigkeit dasSchrecken und den bangen Zweifel, und die furchtbare Stilledes Todes, und die unaufhörliche Finsterniß!
Und diese Wächter treiben das Menschengeschlecht in seineBahnen zurück, daß es seinen Lauf vollende.
Umsonst quält uns jetzt das Ungemach des Lebens, umsonstdie Sehnsucht und Ungeduld zur Wiedervereinigung mit unfernFreunden, die in das ewige Vaterland vorangingen: das Grau-sen, welches die Pforten der Ewigkeit umringt, wirft uns wiederzurück, und wir setzen die Erdenreise ruhiger fort.
Wäre jene Finfterniß nicht, wir würden den müden See-fahrern gleichen, welche auf dem stürmischen Meere nach einerlangen Reise die Ufer der Hcimath von sich erblicken. Sie sehendie ruhigen, festen Gestade, wo keine Stürme mehr den Unter-gang drohen. Schon sehen sie die blühenden Bäume und diefriedlichen Hütten. Alle Sehnsucht, alles Heimweh erwacht.Ihre Augen schwimmen in Thränen wehmüthiger Wonne beidem lange entbehrten Anblick. Sie zittern. Jeder Augenblickwird ihnen zum Jahr, ehe sie das Ufer erreichen. Ach, schonerkennen sie die Gattinnen, die Brüder, die Aeltern, die Kinder,die Geliebten, welche ihrer dort warten. Sie sehen die Armederselben ihnen zum Empfang entgegenbreiten. Sie vernehmenaus der Ferne den Ruf der Liebe und Sehnsucht. Was hält sie