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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
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Und zudem, wenn uns auch eine Offenbarungder künftigen Welt gestattet werden sollte, wasmöchten wir davon begreifen? Wie wäre denn beiunserer jetzigen Lage, bei unfern an die Erde gefesselten Kräftendie Erkenntniß des Ueberirdischen möglich? Wie kann der Sinn-liche das Geistige umfassen? Alle Beschreibungen würden unsdennoch dunkel bleiben, weil uns alle Mittel der Vergleichungfehlen.

Wenn ein Reisender unsers Weltthcils zu den rohen Wildenferner Inseln des Weltmeers gelangt: wie will er denselben dieBequemlichkeiten, die geistigen Vorzüge des Menschen aus unfernGegenden beschreiben, da davon kein Begriff in die Seele desWilden je gelangt ist? Wenn ein Sehender dem Blinden dieReize einer Landschaft, die prachtvollen Gestalten hoher Gebirgeschildern will, an deren Fuße große Ströme Wassers glänzen, umderen Haupt die Wolken des Himmels im Strahl der goldenenAbendsonne schimmern mit welchen Worten könnte er demBlinden, der nie das Licht gekannt, den wunderreichen Zauberdieser Schöpfungen umstellen? Der Blinde wird traurig inseiner Finsterniß verharren, und von Allem nichts begreifen.Nur größere Wehmuth wird seine Seele erfüllen, daß er desGlücks nicht theilhaftig worden ist, wie viele andere Wesen.

Wohlan denn, wir Sterblichen alle, sind wir denn mehr,als Blindgeborne für die auf uns harrende Herrlichkeit deskünftigen Daseins? Dort sehen nur die Verklärten! Und wennjener Vollendeten einer erschiene, wenn er uns die Größe, dieGüte, die Majestät des Schöpfers in jenen seligen Weltenschildern, wenn er uns den Zustand der vom Irdischen befreitenGeister vorstellen wollte ach, würden wir ihn begreifen undverstehen können? Würden wir nicht in Wehmuth versinken,in Gedanken, daß andere Geschöpfe Gottes unendlich voll-kommener und seliger wären, als wir? Würden wir nicht dieFreuden, welche Gott uns schon hienieden gewährt, geringfinden gegen diejenigen, welche er uns noch Vorbehalten hat?O gewiß, mit weiser Hand verhüllte der Ewige den Glanz derEwigkeit, welcher uns auf Erden noch nicht beseligen darf