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Warum muß uns das zukünftige Leben einGeheimniß sein?
2 . Kor. 5, 7.
Ich glaub«/ — doch / ach! hier im Staub«/
Wie schwach ist auch der stärkste Glaube!
Wie schwankend oft noch mein Vertrau'»
Zu früh will stets der Glaube schau'n.
Laß / o D»/ meines Lebens Lebe»/
Laß Deinen Geist mir Zeugniß geben:
Tod ist nicht Tod für mich / ist nurVeredlung sterblicher Natur.
Einst/ ist vollbracht das Erdenleben/
Wirst Du den Schleier mir erheben/
Den Schleier aller Dunkelheit/
Vom Angesicht der Ewigkeit.
„Ä)enn man," so spricht der Sterbliche oft, indem er sich andie künftigen Schicksale seiner Seele erinnert, „wenn man auchrmr wüßte, wie es mit uns in jenem Leben werden würde!Wenn man auch nur einige Spuren hättc von dem Zustandedes Geistes nach dem Tode des Leibes; nur einige Kenntnissevon seiner dortigen Bestimmung, nur einige Ahnung von derBeschaffenheit seines Aufenthalts, nur einige Vorboten vonseinen Freuden oder Leiden in der Ewigkeit!"
Soühe Fragen, solche Wünsche sind freilich sehr verzeihlich.Sie verrathen jedoch nicht sowohl eine edle Wißbegier der Seele,als vielmehr Vorwitz und Neugier. Denn die Wißbegier be-ruhigt sich leicht mit der Ueberzeugung: eS kömmt unfehlbar t>erTag, an welchem du alles dies selbst erfahren und wissen wirst;und dann wirst du es erfahren, und wann es dir zuträglichist. Aber die Neugier will sich deß nicht genügen lassen; sie willwissen, nur um ihr Gelüst zu stillen; sie gleicht dem vorwitzigenKinde, welches zwar überzeugt lst, es werde zur bestimmtenZeit von seinen zärtlichen Ackern beschenkt werden, aber dochunnützcrweise früher, als die erwählte Zeit vorhanden ist, dasGeschenk selbst errathen möchte.
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