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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
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Wer an der Unsterblichkeit seiner Seele zweifeln könnte,der zweifelte in einem Augenblick finsterer Selbstverwirrung, ineinem Anfalle des Wahnsinns, an Deinem Dasein, o Gott!

Denn wenn wir die unvernünftigen Thiere betrachten, mitihren blinden Naturtrieben, mit ihren vielfachen Geschicklich-keiten : so werden wir gewahr, daß Alles, was ihnen der weiseSchöpfer wunderbar genug verliehen hat, nothwendig und nützlichzur Erhaltung ihres Lebens-und für ihren Zweck ist.

Wäre der menschliche Geist nur für diesen flüchtigen Augen-blick des Erdenlebens geboren: so hätte er aller jener außer-ordentlichen Vorzüge nicht vonnöthen gehabt, mit welchen ervon Gottes Hand ausgestattet ist. Hätte er, gleich andern Thieren,nur die blinden Naturtriebe derselben bekommen, so würde er sichebenfalls nähren und erhalten können.

Aber wozu nützen uns die herrlichen Anlagen unsers Geistes?Warum find wir durch eine wunderbare Verkettung von Um-ständen gezwungen, diese Anlagen zu vervollkommnen? Warummüssen wir eine Erkenntniß Gottes haben, wenn dieser Gott,vor dessen Thron unser Geist anbetet, nicht unser ewiger Vatersein wollte? Warum legte die Hand Gottes die unvergänglicheSehnsucht nach Leben und Fortdauer tief in unsere Brust, wennder Unbarmherzigste sie nicht stillen wollte? Wie, wären wirnicht unglückseliger, als das geringste Thier, mit unfern höhernKenntnissen und Eigenschaften, wenn die Unsterblichkeit der Seelenur eine Täuschung wäre? Das Thier kennt den Tod nicht; cslebt unbekümmert um die folgende Stunde. Warum gab unsGott, der Allweiftste, einen Blick in die Zukunft? Zweifler,könntest du Gott lästern und sprechen: damit wir desto unglück-licher waren! Gott hätte also seine Weisheit herrlich anSteinen, Thieren und Pflanzen offenbart, und am Menschensei sie zwecklos verloren? Die Thiere gelangen durch ihreniedrigen Kräfte zu so großer Zufriedenheit und Vollkommenheit,als es ihrer Natur nach möglich ist ; aber der Mensch erreichtmit viel höherm Vermögen nicht den tausendsten Theil derVollendung, zu welcher wir fähig sind. Mit diesem Lebenalso ist unsere Bestimmung noch nicht erreicht und erfüllt. Wir