sondern auch mit Erbarmen und Liebe derjer.'.gen, welche nochnach Jahrtausenden geboren werden würden^ Und dieweil erdas Höchste umfaßte, vergaß er auch das Kleinste nicht, umwohlzuthun. Er heilte die Lahmen und Kunden, und half denBedürftigen mit dem, was er hatte. Do.s Alles geschah, damitwir bedenken, daß auch unser wahres T.agcwerk auf Erden nichtbloß das bürgerliche Berufsgeschaft, 'sie Sorge für Wohlstandund Ansehen des Hauses, sondern Sclbstvollcndung in sederTugend und Zunahme an Weisheit und Elkenntniß Gottes seinsollte. Und für das Heil der M enschen ging er in den Tod,Gott ergeben und entschlossen; er r.-crachtete die bitterste Schmach;die hcrhcssen Seelcnleiden, welche Undank und Frcundesverrathverursachen können; die grausamsten körperlichen Schmerzen, daer, von Hunger, Durst und Mißhandlungen erschöpft, blutendauf dem Weg nach Golgatha niedersank, oder an das Kreuzgeschlagen, von der Welt verhöhnt, mit dem Tode rang; herrlichwar zuletzt über den Gräbern sein Triumph; alles, daß wir be-denken sollen, nicht irdisches Wohlsein, nicht Lust dieses Lebenssei unsere Bestimmung; nicht Schmerz und Noth des Leibesdürfe uns von der Liebe zum Göttlichen scheiden, sondern unserGeisterblick solle dem Ewigen zugewandt bleiben in asten Schick-salen; unser harren die Palmen des Sieges und der Vollendungjenseits des Todeskampfes. „Denn, so spricht das göttlicheWort, unser Trübsal, das zeitlich und leicht ist, schaffet eineewige und über alle Maßen wichtige Herrlichkeit; uns, die wirnicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare.Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist,das ist ewig." (2. Kor. 4, 17. 18.)
Der Siegestag des Auferstandenen erinnert auch mich anmeinen einstigen Siegestag, an meine höhere Bestimmung.
Was aber ist die Bestimmung des Menschen? Noch habe ichmir selbst diesen Gedanken noch nicht ganz klar gemacht. Vielen,ich weiß es, ist er ein Räthsel, vor Allen aber denen, welche ihrAugenmerk mehr auf das Sichtbare, als auf das Unsichtbare ge-richtet haben. Ist meine Bestimmung Glückseligkeit und Wohlsein,verbunden mit den Gefühlen der Tugend ? fragen Viele. Aber wie