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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
256
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Ich bin mächtig durch ihn, nicht dem Leibe nach,sondern im Geiste; nicht, daß ich durch das von ihm verlieheneHimmelslichk mir größere Macht auf Erden, mehr Vermögen,mehr Ansehen, mehr Hoheit und Würden erwerben könnte,sondern daß ich durch ihn fähig geworden bin, sie zu entbehrenfür mein Glück, und sie gering zu achten. Das ist es, was denChristen so gewaltig macht, so furchtlos, so reich an Glück, soerhaben in allen Umständen, daß er die Welt und ihre Herrlich-keit nicht etwa leichter als Andere gewinnen, sondern leichterals Andere verläugnen kann. Diese Weltverläugnung war inJesu. Durch sie ward er göttlich groß. Er verschmähte keines-wegs die Lebensfreuden, wie sie sich auf seiner Laufbahn alsErquickung darboten; aber auch für die größte von ihnen gab ernicht die kleinste seiner Pflichten. O ihr Sterblichen, bauetihr für Gott die marmornen und goldenen Altäre? Glaubetihr den Herrn des Weltalls durch eure majestätischen Tempel zuerfreuen? Wähnet ihr ihn zu beglücken durch eure Dcmuth vorihm, und durch die hohen, herrlichen Namen, welche ihr ihmgebet? Nein, diese prächtigen Altäre und Tempel, erbauet zurErhebung eurer Andacht, entzücken nicht den unendlichen Geist,der im Bau des kleinsten Mooses alle Kunst der irdischen Meisterund Weisen übertraf. Nichts Irdisches, so schön, so vollkommenes sein möge, kann dem Geiste gcnugthun. Es ist doch Staub,und liegt tief unter ihm. Darum verachtete Christus Jcsus dieEhre der Welt, die Pracht Salomonis, die Gewalt derer, dieüber Länder herrschen. Er ging gleichgültig neben dem Tand desLebens hin in Knechtsgestalt, einfach gekleidet, ohne Geräusch;hatte oft nichts, wohin er sein Haupt legte. Und eben dadurchward sein Geist groß über Alles; ähnlich Gott; der Glanz seinerHerrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens. (Hebr. 1,3.)So hat er uns ein Vorbild gelassen, daß wir Nachfolgen sollenseinen Fußpfaden. (1. Petri 2, 21.) Wer die Welt verläugnenkann, der hat sie überwunden. Wen ihre Reize nicht vonGeistespflichtcn ablocken, ihre Gefahren nicht schrecken können,der steht in himmlischer Freiheit da, mächtig in Jesu, ein Eben-bild der Göttlichkeit.