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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
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Stimme zu ihnen : Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken,und eure Wege sind nicht meine Wege. Sondern so viel derHimmel höher ist denn die Erde, so sind auch meine Wege höherdenn eure Wege, und meine Gedanken denn eure Gedanken.(Jes. 55, 8. 0.)

Zwar können wir den Verband mit dem Irdischen nicht ganzausheben. Wir stehen als Geister noch auf einer so niedrigenStufe, daß wir mit den geringem Wesen des Erdballs in un-mittelbarer, enger Berührung leben muffen. Aber es liegt inuns, höhere Wesen zu sein oder zu werden. Darum erschienJesus Messias. Er kam, uns zu erlösen von den Banden derFinsterniß und der Macht des Todes, die im Irdischen wohnt.Er kam, uns unsere verlorne Freiheit wieder zu erobern. Abersein Erlöserleben war für denjenigen umsonst, der sich nicht selbstverläugnen, nicht der Welt entsagen, und leben kann gerecht,unschuldig, ohne Selbstsucht, wie er. Sein Erlösertod war fürdenjenigen umsonst, der nicht Geistesmuth und Erhabenheitstenug hat, Gott mehr alt Menschen zu gefallen, und sterbenzu können, wie er.

Wir können uns nicht vom Irdischen ganz ablösen; aberwir sollen uns nicht von der Liebe des Irdischen unterjochenlassen, sondern neben demselben in aller Freiheit bestehen. Wirsollen und müssen Nahrung für unfern Leib suchen, aber durch-aus keinen köstlichen Werth auf das Kitzeln unsers Gaumens legen.Wir sollen uns anständig kleiden, aber uns von keinem Wohl-gefallen an äußerlicher Pracht überwinden lassen, so daß wirminder glücklich wären, wenn wir nicht zierlich gekleidet cinher-gehen. Purpur, Sammet und Seide sind zuletzt von gleichemStoff, wie der geringste, mit dem man die Blöße seines Leich-nams deckt. Wir sollen arbeiten, unsere Vermögensumständezu verbessern suchen, damit wir desto mehr Mittel für uns unddie Unserigen erhalten, unabhängig von den Launen andererMenschen zu sein, und nützliche Dinge zur Beförderung öffent-licher Glückseligkeit zu bewirken; aber in das Mehrhaben sollenwir nicht unfern Stolz, unsere ganze Lust setzen, dann wirddas Minderhaben auch nie unsere Schande, und unser größtes