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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
243
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Macht, Reichthum, Ehre. Da sie also nur für diese Dingelebten, und keine höhere Bedeutung des Lebens kannten, stiegund sank der ganze Werth ihres Daseins in gleichem Verhält-nisse , wie sie von jenen Gütern mehr oder weniger erreichten.Das Schicksal, welches ihnen jenes raubte, konnte ihnen alsoAlles entreißen. Wenige hatten die Ahnung, daß es noch einhöheres Gut gäbe, welches selbst das gewaltigste Schicksal demSterblichen nicht wider seinen Willen nehmen könne. NochWenigere hatten den Math, sich über jedes Schicksal in eigenerSeelenzröße zu erheben. Die es aber thaten, erregten schondamals durch den Heldensinn ihrer Tugend das Erstaunen unddie Ehrfurcht der Welt; ja, man war geneigt, sie selbst unterdie Götter zu versetzen.

Ein Anderes ist im Christenthmn, als im Heidenthum.Jesus führte das menschliche Geschlecht von den Jrrthümernder Einbildungskraft und des Verstandes auf die Straße derewigen Wahrheit zurück. Er offenbarte uns den einzigen Gottals das vollkommenste aller Wesen, und als den Vater derGeister, welchen wir nicht mit Opfern und irdischen Dingen,sondern im Geiste verehren sollen. Er offenbarte uns, daßdie Bestimmungen der Menschheit nicht zwischen Wiege und Grabcingebannt lägen, sondern ließ den Blick in das Geheimniß derEwigkeit dringen. Er lehrte das Leben auf Erden gering' achten;nicht hrer sei der Schauplatz unsers Glücks ; sondern im Hausemeines Vaters, sprach er, sind noch^viele Wohnungen! Erlehrte die Grenzlinie zwischen dem Werth des Irdischen und desHimmlischen oder Geistigen. So ihr Nahrung und Kleiderhabt, sprach er? so lasset euch genügen. Ihr sollt nicht Schätzesammeln auf Erden, sondern Schätze im Himmel. Trachtet ammeisten nach dem Reiche Gottes. Ihr sollet vollkommen werden,wie euer Vater im Himmel vollkommen ist. Denn was hülfe esdem Menschen, wenn er die ganze Welt gewänne, und Schadenlitte an seiner Seele? Er lehrte die Oberherrschaft des Geistesüber den Leib, den unendlichen Vorzug und die Majestät desGeistes über alles Erdengut kennen. Er selbst bewies in seinemLeben, wie der Mensch höher <cks jedes Schicksal stehen könne,