Denn Alles ist in der Weltordnung eine Verkettung nothwcn-diger Folgen. Die Sünde und das Unvollkommene gebiert denSchmerz.
Der Mensch ist also nicht zur Sünde, nicht zumVerderben vorherbestimmt, sondern zur Seligkeitund Vollendung. Durch Festigkeit seines Willens kann erdiese Selbstvollenoung in allen Verhältnissen seines Lebens er-reichen. Er kann voraus wissen, daß, wo er Traurigkeit undSchmerzen fühlt, irgend etwas an ihm sei, das noch nichtist, was und wie es sei!', soll. Der Schmerz und das Uebc!selbst wird sein Wegweiser zur Seligkeit. Das ist sein Ver-hängniß!—
Welche Schicksale uns also treffen mögen — wir sindvon ihnen unabhängig, insofern wir uns selbst sind,was wir sein sollen. Unsere Geliebten können dahinstcrben,aber wir sind nur dann erst durch solchen Verlust unglücklich,wenn wir vergessen, daß wir und sie Mitglieder des Geifter-reichs sind; daß wir sie als Ge ster nicht verlieren können; daßwir uns durch nichts Vergängliches in dem Grade fesseln lassensollen, als wäre es unvergänglich. — Der Tod ihres Leibeswar eine nothwcndige Folge des Irdischen; unser Schmerz istnothwendig Folge zu großer Anhänglichkeit am Irdischen. Dasist Verhängniß! Aber alle Verhängnisse Gottes sindwohlthätig; sie stärken unsere Kräfte; sie locken durchMilde, oder treiben durch furchtbaren Ernst den Geist emporvom Hinfälligen und Irdischen zur Erkcnntniß und Liebe desUnvergänglichen, vom Thierischen empor zu dem, was unsereeigentliche Würde ist, zum Geistigen. Kriege und Schlachten,Hunger und Elend, Krankheiten, Raub und Brand, sindVerhängnisse. Was besagen sie? Nichts, als Untergang desVergänglichen. Sie weisen uns auf das Bleibende, Ewige hin,auf das Glück, welches nur in unscrm Innern gedeiht. DeinJammer über die Unfälle, lag er im Rathschlusse des Ver-hängnisses? Ja, weil er eine noihwendige Folge deiner eigenenUnvollkommenheit war. Die Seelenruhe des Weisen in allem