Stufenfolge vom Geringsten zum Höchsten. Sie verbindensich mit andern Kräften, und bringen durch solche Vereinigungganz neue Erscheinungen hervor. Welche Mannigfaltigkeit vonKräften wohnt nicht in dem Körper, welchen wir Stein nennen!Wie größer noch ist diese Mannigfaltigkeit in den Pflanzen; wienoch größer unter den Thieren! Aber nicht bloße Mannifaltig«keit herrscht unter ihnen, sondern auch eine höhere oder niedereStufe. Die Lebenskraft der Pflanze ist doch höher als die Kraft,welche der Stein hat; jene vermehrt sich durch sich selbst, hatihre Jugend, ihr Alter, ihre Fortpflanzung. Höher noch stehtdie Kraft des menschlichen Geistes, in der herrlichen Klarheitihres Sichselbftbewußtseins. Noch höhere Kräfte stehen über uns,welche die heilige Schrift Engel und Erzengel nennt.
Aber alle diese Familien und Reiche von Kräften in derSchöpfung Gottes sind, was sie sind, durch Gottes Willen;alle haben ihre besonder» Wirkungskreise , ihre besonder« Be«siimmungen, ihre eigenthümlichen Gesetze, nach denen siehandeln und wirken müssen. Darum ist und bleibt der Steinnur Stein, und behält seine Eigenschaften ; darum suchen dieWurzeln des Weinstocks und der Distel nur die ihnen ent-sprechenden Nahrungsstoffe; darum leben und bewegen sichanders der Vogel in der Luft und der Fisch im Wasser. JedeKraft in der Natur hat von Gott ihr eigenes Gesetz empfangen,und also auch der menschliche Geist ein eigenes, welches wederdas Gesetz des Thieres, noch der Pflanze, noch des Steines ist.
In Gemäßheit dieser eigenthümlichen Gesetze wirken nunalle erschaffenen Wesen auf einander. Sie verbinden undtrennen sich, suchen sich und fliehen sich, ziehen sich an undverdrängen sich. So entsteht das unendliche Leben und Regenim Weltall. Das Streiten der Kräfte unter einander ist dasLeben des Weltalls.
Weil alle die Kräfte, aus denen das Weltall zusammen-gesetzt ist, nicht anders wirken können, als es die ihnen vonGott gegebenen Wirkungskreise und Gesetze gestatten, so sindalle ihre Handlungen nur nothwendige Folgen solcher Gesetze.Und wie die Kräfte durch Gottes Willen entsprangen, sah der