234
26 .
Das ewige Verhängnis
Erste Betrachtung.
Röm. tt, 38. 3».
Tagessonne/
Zwar du lächelst
Gütig auf des Menschen Wohnung —
Nachtgestirne
In dem tiefen
Dunkeln Blau des Himmels,
Zwar ihr strahletMit dem'BlickeHoher Ruhe
Prächtig über Land und Mc«r>
Aber denk' ich
An des Menschen
Enges Leben voller Dunkel:
So verschwind' ich
Vor der Größe euerS Anblicks;
Und erbebe
Vor dem ewig hohen Antlitz,
DaS auf Wiegen, wie auf Särgen,
Auf deS FriedcnSthaleS Palmen,
Auf des SchlachtgcfildeS Blutflrom,
Auf des Menschen Thun und ThränenUnverändert niederschauet.
Auhig wandeln über unsere Schmerzen und Hoffnungen dieMonden hin. Es wechseln in der ununterbrochenen Ordnungdie Jahreszeiten. Das Alte wird wieder neu, das Neue alt.Die Werke der Vorzeit vergehen, wie die Menschengeschlechter,» welche sie gestiftet hatten. Neue kommen, um wieder zu vergehenund vergessen zu werden. Es ist ewiglich das Alte. Alles hat seineunabänderliche Bahn, sein unabänderliches Ziel; Alles ist einemgroßen, eisernen Gesetz unterthan, der Stern des Himmels,wie die Blume des Feldes; der Felsen, wie der Wurm, welcheran ihm kriecht ; die ganze Nation, wie der Mensch, welcherdarin geboren ward. Nichts kann anders sein, als es werdensoll. Das ist das Verhängniß, das ewige!
Was ist das Verhängniß? — Wie? Alles vorherbestimmt von Ewigkeit? Es welkt keine Blume, es weint kein
»»» Gi
"»AG
^ R!iÄ!I>!^