mit großer Barmherzigkeit will ich dich sammeln. Ich habe meinAngesicht im Augenblick des Zorns ein wenig vor dir verborgen;aber mit ewiger Gnade will ich mich deiner erbarmen! — Duhast mich noch geliebt, selbst da ich gegen Dich so schwer gesündigt:liebst Du Dein schwaches Kind weniger, nun ich Deine Strafeleide?'—Wenn mich Niemand mehr trösten will, Niemand michtrösten kann : Du bleibst mein Trost immerdar!
Ach, der am Kreuze blutete, auch für meine Seligkeit hater geblutet! Und er war es, der mich in meinen Aengsten zuDir empor wies, und den heiligen Bund stiftete, welchen ichbrach. „Doch es sollen wohl Berge weichen und Hügel hin-fallen," sprichst Du, mein Herr, mein Erlöser, „aber meineGnade soll nicht von dir weichen und der Bund meines Friedenssoll nicht hinfallen!" (Jes. 54, 10.) So bist Du mein Helferim Leiden, mein Gott und mein Trost immerdar.
So erbarme Dich denn meiner mit Deiner ewigen Gnade,so sammle mich denn wieder zu Dir und behalte mir nichtmeine Schuld. Ich büße dafür in der Reue und Angst meinesGewissens; und nicht mit leeren Thränen, nein, mit heiligenmenschenfreundlichen Werken und Gesinnungen, will ich meineverlorne Ruhe wieder suchen. Meine Ruhe ist aber nirgends zufinden, als in Deiner Gnade, in Deinem Wohlgefallen. Ueber-zeugt von der Vergebung meiner Sünden durch Deine ewigeLiebe, die Du durch Jesus mir offenbartest; überzeugt vonDeinem Wohlgefallen, will ich gern die Strafen meiner Schuldtragen, und fürchte nichts mehr, was mir auch noch drohe.Du leitest Alles zum Besten denen, die Dir vertrauen und inder Gerechtigkeit vor Dir wandeln. Amen.