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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
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Armuth für Schmach zu halten, ist thöricht. Tausende stadarm und können dabei sehr achtbar sein. Mancher hilfsbedürftigeEdle ist nur um so ehrwürdiger durch seine Noth. Aber wennder Mensch seine Vermögensumstände mit leichtsinnigen Unter«-nehrnungcn zu Grunde richtete; wenn er durch Verschwendung,stolzen Aufwand, durch Trägheit oder durch lüderliche Lebens-weise verarmte: dann ist Armuth eine Schmach! eine gerechteSchmach! spricht der verächtliche Blick der Menschen. Einegerechte Strafe! spricht das Gewissen.

Jede Schuld ärntet ihren Lohn. Welchen Fehler sich auchder Mensch verzeihen wolle, Gott verzeiht ihn nicht, dem Fehlerfolgt unablässig die Bestrafung. Welcher Leidenschaft wir unsauch ohne Gefahr überlassen zu können glauben: die Gefahrbleibt nicht aus, sie ergreift und verschlingt uns früh oder spät.So geheim wir auch unsere Sünde zu halten wissen: es schlägtdie Stunde, da unsere Klugheit vergeblich wird, und unsereSchlechtigkeit am Licht des Tages offenbar wird.

Ach, diese selbst verschuldeten Leiden, sie sind das Schwerstedes Lebens; darunter erliegt manches Herz, und Mancher sinktals ein Opfer diascs Leidens in die Gruft, und oft kennt Nie-mand seine Noth, als der Allwissende.

Aber so groß die O.ual meines Herzens sein möge um das,was ich leider verschuldet habe: sollte ich ganz trostlos bleiben?Ist denn der Allerbarmer nicht auch mein Erbarmer? Ist er füralle seine Erschaffenen ein gnädiger Vater, und für mich nicht?

Nein, nein! Du bist auch mein Erbarmer und Erlöser, undDu willst mich nicht ganz verstoßen. Kroß ist die Zahl meinerSünden, aber Deine Barmherzigkeit ist größer als meine Schuld.Ich bin nicht werth, daß Du mir dies Leben gabst, welches ichmit Sünden befleckce; Deine Welt mich erblicken ließest, die ichmit meinen Vergehungen entweihte. Ich bin nicht werth allerDeiner Barmherzigkeit und Treue und dennoch hoffe ich,o mein Erbarmer, mein Erlöser, auf Deine Gnade, und Dulassest mich nicht zu Schanden werden.

Sprichst Du es nicht selber, o grundgütiger Schöpfer meinerSeele: Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen; aber