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Herr wendet endlich Alles nur zum Besten. „Ich habe dich einenkleinen Augenblick verlassen, aber mit großer Barmherzigkeitwill ich dich sammeln. Ich habe mein Angesicht im Augenblickdes Zorns ein wenig vor dir verborgen; aber mit ewiger Gnadewill ich mich deiner erbarmen, spricht der Herr, dein Erlöser!"
Also auch dann darf ich auf die ewige Gnade des All-erbarmers hoffen, selbst wenn er meiner Sünde willen sein An-gesicht, gleichsam im Augenblick des Zorns, von mir abgewendetzu haben scheint. Wie elend wäre auch der schwache Sterbliche,wenn er einen unversöhnlichen Gott hätte! Wie leicht ist derFehltritt gethan, und wie schrecklich, wenn das Vergehen desAugenblicks mit den Strafen der Unendlichkeit abgebüßt werdenmüßte! Wer kann von dem vollkommensten aller Wesen eineUnvollkommenheit glauben, die wir an Menschen selbst ver-abscheuungswerth finden würden? Das sei fern von mir!
Ich kann unglücklich werden durch meine eigene Schuld.Selbst aber das mir daraus erwachsene Leiden ist der redendeBeweis von Gottes Liebe. Er h'at es selbst mit der Sünde ver-bunden, damit ich sie fliehen lerne und in der Tugend ihn wiedersuche, den ich im Leichtsinn vergessen konnte.
Nimm an, Gott hütt' es uns vergönnt,
Nach unserS Fleisches Willen,
Wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt,
Die Lüste frei zu stillen;
Nimm an, Gott ließe Undank zu,
Und Lust an Trug und RänkenGanz ungestraft — was würdest duVon diesem Gotte denken?
Kein Un glück ist größer, als immer dasjenige, was wirdurch eigene S chuld über uns hergerufen haben. Was man nachseinem Gefühl u'nverdienter Weise dulden muß, ist nicht nur er-träglich, sondern das Bewußtsein unserer Unschuld macht unsden Schmerz oft süß', und erhebt den Geist oft über ein Geschick,welches ihn zu beugen bestimmt scheint.
Allein das Uebel har dann erst seine volle Größe, wenn wirin den Blicken Anderer, z?att Mitlciven und Bedauern, Vor-würfe und Verachtung finden, wenn man uns, statt Bedauernund Tröstung, eine Zufriedenheit zeigt, daß wir den Lohn un-