Druckschrift 
8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
229
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Aussichten in die Tage ihres Alters verloren sind! Wahrlich,der Tod eines herzlich geliebten Kindes kann so weh nicht thun,als der Anblick eines in Lastern entarteten. Tausendmal liebereine schöne Leiche, als ein ruchloses, von Gott und Menschenverworfenes Leben!

Solch ein Loos ist wohl oft das Loos der frömmsten undwohlwollendsten Väter und'ter gewesen. Sie hatten nachihren Kräften es weder an Aufsicht noch Unterricht fehlen lassen;nicht an Strafen, nicht an Bitten, nicht an Warnungen, nichtan Belehrungen. Dennoch maßten sie Zeugen vom Mißlingenaller ihrer redlichen Arbeiten sein. Es gibt wenige Familien,wo nicht ein oder das andere Mitglied aus der Art geschlagenist, sei es mehr oder weniger; und wo man nicht sagen kann,dies sei der Aeüern Schuld. So hart dies Schicksal zu tragenist, wird es doch durch den beruhigenden Gedanken gemildert:man trage es ohne eigenes Verschulden. Frei ist des MenschenWille, er lenke sich zum B.eftn oder Guten. So sind Aelternnicht vermögend, den Willen uns die Neigungen eines Kindeszu beherrschen, die Gott selbst freigelassen hat. Aber das istgewiß, auch das, was wir schon verloren schätzen, ist noch nichtverloren. Gott wird es retten. Er läßt keine Seele ganz ver-loren gehen. Er sendet seine Verhängnisse, und die Zachtschulebeginnt. Die Erkenntniß wird kommen, die Reue wird nichtausbleibxn, die Besserung wird folgen, und wäre es auch nochso spät. Verirren kann sich der Mensch vom rechten Wege; erverirrt sich aber nur in Dornen oder Disteln. Verlieren kann erden Weg nie; die Schmerzen der Verirrungen treiben ihn frühoder spät wieder zu der guten Straße zurück. Der Verirrte kehrtgewiß wieder um, wenn auch oft blutend und elend, aber erkehrt wieder um. Gott hat kein Gefallen am Tode des Sünders,sondern er will, daß er lebe. Und wenn wir es auch hienicdennicht erleben es ist noch eine Zukunft. Was wir jetzt als ver-loren beklagen, umarmen wir mit doppelter Wonne einst alswredergefunden.

So ist Gott mein Trost immerdar. Ich will, ich kann nichtverzagen,, so groß auch das Unglück sei, das mich trifft. Der