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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
225
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Wenn ich an die unendliche Majestät des Herrn denke, derzahllose Welten belebt, mit tausend und tausend andern Wesenerschaffen bat, und seit Ewigkeiten erhält, daß keine Sonne, keineErde wanken und weichen kann aus ihren Bahnen; wenn ichdenke, wie unergründlich die Weisheit ist, welche mit gleicherZweckmäßigkeit den Grashalm gestaltet und mit seinen äußernund inner» Theilen geordnet hat, wie das Heer der tausend undtausend Gestirne in den Räumen des Weltgebäudes; wenn ichan die unendliche Güte denke, die er in allen Theilen der Erde,des Meeres und der Himmel allen seinen Geschöpfen ohne Aus,nähme zu Theil werden läßt, allen warum sollte ich denndas Einzige sein, das er veisäumt? Wie kann ich glauben, daßder Allversorger nur für mich nicht sorgt? Würde ich denn wohlnoch athmen können, noch in der Welt sein, n enn er mich einen 'Augenblick vergessen hätte? Nein, auch in meinen bangenStunden hat er mich nicht verlassen, sondern ist bei mir der Umsichtbare, der Allwaltende, der Allen Gnädige. Er liebt mich!

Diese Ueberzeugung, diesen unentreißbaren Trost habe ich,wenn ich an ihn denke. Dagegen verstummen auch die frechstenZweifel, welche Einbildungskraft, Unmuth und Ungeduld desSterblichen ersinnen wollen. Er liebt mich! dies weiß ich. Crliebt mich, wie er seine ganze Welt liebt. Ich weiß es, undwürde es wissen, wenn auch weder Aeltern nach Lehrer es ge-sagt hätten; wenn auch das ganze Weltall um mich her ver-stummen könnte. Und wer sagt cs mir? Mein eigenes ganzesLeben sagt es, und würde mir es sagen, wenn auch alle ander»Zeugen schwiegen. Darum getrost, meine Seele! /

Ich habe dich einen kleinen Augenblick ver-lassen; aber mit großer Barmherzigkeit will ichpich sammeln. Ich habemeinAngeslchtimAugen-blick des Zorns ein wenig vor dir verborgen; abermit ewigerGnade will ichmich deiner erbarmen,spricht der Herr, dein Erlöser. (Ies. 54, 7. 8.)

Ja, Gott ist mein T> ost immeidar, und sollte es mir in dieserWelt auch noch so übel ergehen. Was konnte mir begegnen,ohne den Willen des Allmächtigen, der Alles erfüllt? Und was