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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
224
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in welchem sie zu leben scheinen, die rechte Quelle ihres Uebelsist, unter dem sie im Stillen leiden.

Das mag der Grund gewesen sein, welcher viele Menschenverleitet hat, sich vorzustellen, dieses Leben auf Erden fei vonGott selbst dazu bestimmt, für uns ein Leben voller Trübsalezu sein. Sie nannten den Aufenthalt zwischen Wiege und Sargeine schwere Prüfungszeit im Jammerthale. Aber daranthaten sie wohl Unrecht. Wie konnten sie von dem Gott derBarmherzigkeit und ewigen Liebe glauben, daß er in seiner WeltJammerthäler geschaffen habe? daß er Geschöpfe ins Leben undBewußtsein gerufen habe, um sie quälen zu können? Das würdeauch der hartherzigste Mensch nicht gekonnt haben: und manwagt, solche Grausamkeit vom heiligsten und gerechtesten allerWesen zu vcrmuthen?

In diesem Gefühle ist es vielleicht geschehen, daß sich Amdere aufgemacht haben, Vcrtheidigungen und RechtfertigungenGottes zu schreiben, wegen des in der Welt vorhandenen Uebels.Sogar große christliche Gelehrte beschäftigen sich vollen Ernstesdamit. Ach! das Geschöpf will den Schöpfer rechtfertigen!

Es sind auch alle Trostgründe für die Vernunft vergebens,um uns in leidenvollen Tagen zu beruhigen, wenn man nichtdas reinste, herzlichste Vertrauen zu Gott hat, wie das un-mündige Kind zum wcisern Vater. Denn was man auch lehreund predige, das Unglück bleibt ja doch Unglück, und der Kummerbleibt doch Kummer, und d.ie Schmerzen lassen sich von derUcberzeugung des Verstandes nicht bezwingen. Aber das weißich: Vertrauen auf den Vater da oben macht jeden Druck desLebens weit leichter, macht das Eemüth stärker und nimmt ihmalle Furcht, und entwaffnet das, was noch kommen mag, vonallen Schrecken. Das rechte Vertrauen zu Gott betet nicht:Vater, erhöre meine Wünsche! rette, was ich jetzt in Gefahrbin zu verlieren; oder: stelle wieder her, was ich schon verlorenhabe! sondern es betet, wie Christus in den allerbängstenseiner Stunden gebetet hat:Vater, willst Du, so nimm diesenKelch von mir, doch nicht mein, sondern Dein Wille geschehe!"(Luk. 22, 42.)