Druckschrift 
8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
223
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Jcsaias St, 7s.

Du Herr, kannst Alles ende».Was mich jetzt drückt und plagt,Kannst mir noch Rettung senden,Wenn Alles um mich zagt.

Dein Wille nur gescheheIn aller meiner Roth!

In Freuden, wie im Wehe,

Im Leben, wie im Tod.

Ein jeder neue MorgenSei Zeuge, daß ich, freiVon allzuschweren Sorgen»,

Nur Dir vertrauend sei.

^as Leben hat vielerlei Plage, vielerlei Schmerz. Wo ist auchnur ein einziger von allen Sterblichen, der von sich sagen könnte:aber ich bin von allen Leiden und Thränen ausgenommen! Undwenn man schon zuweilen Personen sieht, die im Ueberflusseschwimmen, in voller Gesundheit blühen; denen alles nachWunsch zu gehen scheint, wenn sie etwas unternehmen; die be-ständig das Vergnügen im Auge glänzend, den Scherz auf denLippen haben: wer weiß denn, wie es in ihrem Gcmüthe be-stellt ist? Ihre äußerliche Heiterkeit ist oft nur ein Schleier überverborgene Wunden. Wer hat den Wurm gesehen, der imGeheimen an ihrem Herzen nagt?

Viele Familien gibt cs ja, von denen man bei dem erstenAnschein behaupten möchte, daß ihnen gar nichts zu wünschenübrig bliebe. Sie haben, was sie wollen, und sind an Allemreich, was tausend Andern fehlt. Allein die Erfahrung hat be-wiesen, wenn man mit ihnen bekannter wird, und einen tiefenBlick in ihre geheimen Umstände thun kann, die sie nicht leichtoffenbaren, so findet sich Alles anders. Sie sind oft weit un-glücklicher, als ihre Nachbarn, von denen sie beneidet werden.Ja, es ist gar nicht unerhört, daß eben das scheinbare Glück,