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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
221
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Hause des göttlichen Alls eine niedere Stelle mit einer höher«,geringere Seligkeiten mit erhabenern, von deren Größe ich inmeiner irdischen Beschränktheit keine Vorstellung haben kann,so wenig, als der Wurm des Staubes die Seligkeit ahnen kann,welche die Brust des vernünftigen Menschen bewegen mag. Ichkomme aus der Dürftigkeit zur Fülle Gottes, wo der Tropfenzum Meere wird, das Sonnenstäubchen zur Sonne.

Sterben ist mein Gewinn. Warum sollte meine Seelebeben vor der unbekannten Straße, die ste wandeln soll? IstDenn hieniedcn der Weg bekannter, den sie gehen muß? Istnicht jede nächste Stunde, die ich zu leben habe und leben werde,mit undurchdringlicher Dunkelheit umhüllt? Weiß ich, was ihrbegegnen wird, wohin ich komme? Und doch durchlebe ich auchdiese Stunde, doch wird es auch da hell, sobald ich darin bin.

Und so wird es hell sein in der Stunde, welche nach derTodesstunde die nächste ist. Die unbekannte Straße wird mirzur bekannten werden, sobald ich sie berühre. Wie könnte ichVor ihr zittern? Es ist ja derselbe Weg, den diejenigen meinerGeliebten wandelten, die vor mir starben. Warum sollte ichLiesen mir ewig theuern Seelen nicht mit Entzücken folgen?Ach vielleicht schon in dem schönen Augenblicke, da der irdischeSchleier von meiner Seele fällt, erkenne ich diese Geliebtenwieder, die ich von mir so fern glaubte; erfahre ich, daß ste mirimmerdar näher waren, als ich in meiner irdischen Beschränkt-heit wähnte!

O, wohl ist Sterben Gewinn! Es ist nähere Ver-einigung mit dem Vater der Geister; es ist Vereinigung mitden geliebten Vollendeten, nach denen sich mein Geist mit ewigregem Verlangen sehnt; Vereinigung mit ihnen, nach denennoch heute mein wundes Herz blutet, mein Auge weint. Wieder-finden, Wiederhaben, Wiederlieben! o ihr, die Gottes Handmit mir in seiner Schöpfung zusammenführte, zusammenband!Wiedcrfinden, Wiederlieben, Ewigeinssein mit euch, geliebte,theure, verklärte Seelen! Welche Wollust wohnt in dieser Er-innerung! Gott gab euch mir; Gott, die höchste Liebe, gab unsdiese Liebe, die kein Tod bricht, und wie ein unsichtbares Band