Gottes Haus wäre? Warum bebst du vor dem Tode, als wenndie Entfernung deines Geistes aus den Banden deines Leibes einWeggehen und Verschwinden desselben aus dem großen Hausedes Vaters wäre? Warum jammerst du untröstlich über demLeichnam deiner Geliebten, als wenn sie nun mit den geringenFreuden des Hierseins Alles verloren hätten? Sind sie dennnicht immer noch in dem Hause deines Vaters, auch wenn sienicht mehr bei dir sind ? Kennst du die Wonnen, welche er ihnenin andern Wohnungen bereitet hat? Oder hältst du dich fürzärtlichliebender und erbarmenvoller, als der Allerbarmer, derAllliebende ist, der sie und dich schon liebend bedachte, ehe ihrwäret?
Und wenn dies Weltall das Haus Gottes, unsers Vaters,ist, warum klagst du über dle Schmerzen der Trennung, welcheder Tod verursacht? Ist es denn Trennung, wenn wir im väter-lichen Hause beisammen bleiben? Ist denn dieses Voneinander-lassen im Tode mehr, als wenn dein Geliebter eine Reise zuandern Geliebten gethan hätte? Gehört er dir nicht noch immerim Hause des Vaters? Bist du nicht noch immer der Seine?
Jesus sah in allen erschaffenen Geistern seineBrüder, im ganzen menschlichen Geschlechts seine Verwandt-schaft/ Wer den Willen thut meines Vaters im Himmel, derselbeist mein Bruder, Schwester und Mutter. (Matth. 12,50.) Erbetrachtete also nicht die flüchtige, kurzdauernde Blutsverwandt-schaft auf Erden als die wahre Verwandtschaft; sondern dieAehn-lichkeit und Verbindung aller Geister unter einander zu Gott.Er kam daher auch nicht, um uns als irdische Wesen zu beglücken,sondern als Geister. Durch seine Lehre wollte er uns keinen häus-lichen Wohlstand, keine Bequemlichkeiten, keinen Ruhm unterdem Volke geben — er dachte nicht an unsere Leiber, sondernan das Alleinwesentlrche in uns, an das Unsterbliche, was denLeib für einige Zeit beseelt. Er arbeitete nicht für ein Erdenreich,sondern für ein Himmelreich, das heißt, für die Besejigung der-jenigen Geister im Weltall, welche nach dem Willen des ewigenSchöpfers auf Erden, von Menschengestalt umfangen, wandelnwürden. Was nicht Geist war, achtete er geringer; er verr