vom Staube vieler Millionen Wesen bedeckt; und was da lebt,ergötzt sich noch an dem Grün, welches über dem UngeheuernDenkmal allgemeiner Vergänglichkeit hervorsproßt^
Und wenn ich einst vollendet habe — nicht mehr bin: wares der Mühe werth, daß ich auf Erden lebte? Was half meinDasein? Wozu die Sorgen, die Plagen, die Täuschungen alle,und die fruchtlosen Arbeiten, Thronen und Wünsche? Sic sindso gut wie nie geschehen.
Gedanke der allgemeinen Vergänglichkeit, Gedanke meineseigenen Vergehens und Verschwindens, wie entsetzlich ergreifstdu meine Seele! — Sie sieht in diesem Lebenslauf ein zweck-loses Athmen, ein zweckloses Tichten und Trachten; ein Bruch-stück, ohne Anfang, ohne Ende; einen quälenden, sinnlichenTraum; eine Schöpfung ohne Absicht; ein Beginnen undStreben mit unerfüllten Wünschen; ein Schauspiel ohne Plan,ohne Hoheit, ohne Wohlthat.
Ja, das Leben ist ein zielloses Streben, ein eitler Taumelzwischen Schmerz und Freude, eine Gaukelei von nichtigenWünschen — es ist ein Nichts — nicht werth, gelebt zu sein,wenn es sich nicht an die Ewigkeit anschlöffe, wenn die Erde sichnicht über uns mit dem Himmel verbände, wenn nicht Jesus,mein Erlöser, lebte, wenn Gott mir nicht durch den ewigenSohn geworden wäre.
Aber die Ewigkeit der Seele ist; und nur den Leichnam undwas ihn rührt, verschlingt die Vergänglichkeit! Aber die Erdeist über uns mit dem unendlichen Himmel zusammengeknüpst,daß sie nicht geschieden werden mag von ihm. Aber Jesus, meinErlöser, lebt, und der Gott des uferlosen Weltalls ist meinGott, mein Erbarmer, mein Vater!
Ja, ich weiß, daß mein Erlöser lebt, und es kommt dieStunde, daß die Todten werden die Stimme des SohnesGottes hören; und die sie hören werden, die werden leben.(Joh. 5, 25.)
So traurig, zwecklos und eitel mir meine Tage erscheinen,wenn ich mich mir selbst überlassen fühle, und ohne die Handder Religion wandle: so lichtvoll, planmäßig, hell geordnet er-