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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
Entstehung
Seite
197
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mir ging mit euch in's Grab, und meine Wehmuth folgte euchnicht hinab. Sie bleibt mir, bis ich im Schoose der Erde nebeneuch schlummere.

Und alle meine Erwartungen, meine Hoffnungen von demLebenwas ist aus ihnen geworden? Mit großen Anstrengun-'. gen habe ich gearbeitet, und mit manchen schweren Aufopferun-gen habe ich gesucht emporzusteigen. Ich lag oft in der Mittevon Gefahren, aber die Hoffnung des Bessern richtete mich auf;ich verging oft in Sorge und Angst, aber ich dachte, eine bessereZeit werde kommen. Ich hatte mein Ziel erkoren; dafür wardmir keine Arbeit zu mühsam, keine Last zu beschwerlich, keineNoch zu bitter. Und jetzt? Ich stehe an meinem Ziele; aber esist nicht das, wohin ich strebte. Stürme verschlugen mich ausder ersten, erwählten Bahn. Ich mußte ergreifen, nicht wasich wollte, sondern was ich mußte. Ich ward nie Herrmeines Schicksals, sondern das Schicksal warf mir mein Looszu. Ich sehe mich am Ende von manchen Täuschungen oftseliger, als nachher in der kalten, unfreundlichen Wirklichkeit.

So muß ich denn von den schönsten Träumen meiner JugendAbschied nehmen: so muß ich denn meine früher» Erwartungenalle fahren lassen. Ich Halle mein Loos auf Erden empfangen.Ich muß es behalten, und darf und kann nicht dagegen streiten.Ich sehe ungefähr voraus, wie durch einen Schleier, wie es mitmir bis an mein Lebensende gehen werde. Es wird, wenn nichtschreckliche Stürme mich und meine Verhältnisse zerstören, indiesem stillen Einerlei verbleiben. Ich gehe vom Schmerz zurLust, von der Lust zum Schmerz, bis beides endet, und dannbin auch ich vergangen! Ich bin gewesen. Die letzte SchaufelErde auf meinem Grabhügel bedeckt mich für die Welt auf ewig.Vielleicht weint mir ein treues Herz mit Zärtlichkeit nach. O,so habe auch ich oft geweint! Vielleicht nennt ein guter Menschnoch meinen Namen unter Freunden manches Jahr nach meinemTode. Aber er stirbt. Dann bin ich vergessen. Niemand inZukunft weiß mehr, daß auch ich einst da war, daß auch ichunter den Lebenden wandelte. Mein Staub verweht. DerErdball mit aller seiner Pracht ist eine vieltausendjährige Ruine