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scheinen. Siehe, was sie heute thun, ist morgen nicht mehr vor-handen! Aus dem Uebelsten, was sie ersonnen, muß das Gutehervorsteigen, das sie nicht wollen. Quillt nicht aus dem Schooseder Nacht endlich das Tageslicht? — Was sie heute thun, istmorgen nicht mehr vorhanden: nur das Gute bleibt, wassie selbst nicht verlangten, nicht bemerkten, nicht beschützten.Aber das Gute will Gott, darum geht es überall endlich siezendaus den Trümmern des Untergegangencn herauf. Der Tempelallgemeiner Glückseligkeit, das Gottesreich, muß auf Erdenwachsen. Es erweitert sich der große Bau von einem Tage zumandern. Die Thorheit wie die Weisheit der Sterblichen bringtdazu ihren Beitrag. Fürchte nicht, der Tempel werde Zusammen-stürzen, wenn das Rüstwerk der Bauleute bricht, weil es nachund nach immer mehr entbehrlich wird, wie der Gotteebauvorrückt.
Warum zitterst du vor den feindseligen Träumen, Entwürfenund Gewaltthaten der Menschen? Siehe, was sie heute thun,ist morgen nicht mehr vorhanden. Was gestern geschah ist heuteschon durch neue Begebenheiten weggedrängt.
Es soll Alles vergehen, es soll immer das Neue kommenund wieder veralten, damit du im Zuge der vorüberwandelndenDinge erkennen mögest, was das Unbeständige sei, und was dasBeständige. Wer im Wechsel der Begebenheiten das bleibendeeinzig Wahre, — wer im Wechsel der Freuden und Schmerzendie bleibende einzige Lust erkannt hat, der steht auf dem Wege,ein Weiser zu werden. Und er ist ein Weiser geworden,sobald nur die b leibende Wahrh eit sein einziges Gut undsie bleibende Lust seine einzige Sehnsucht ist.
Wie verschwinden doch sobald alle Drohungen der Ge-waltigen, wie eitel ist ihr Streben und Wirken! Die Majestätder Mächtigsten wird endlich zum Nichts, welches der Bettlermit in die Erde nimmt. Denn es sagt die heilige Schrift: „ AllesFleisch ist wie Gras, und alle Herrlichkeit der Menschen, wieDes Grases Blumen. Das Gras ist verdorret, und die Blumeabgefallen. Aber deS Herrn Wort bleibt in Ewigkeit." (1. Petri1 , 24 . 25 .)