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Die Reichen bauen Paläste auf Jahrhunderte, die Königegründen Throne auf Jahrtausende. Wo sind nun die Palästedes Stolzes, die noch vor wenigen Menschenaltern glänzten?Wo sind die Ungeheuern Reiche uns Ordnungen, welche der Hoch-muth der Eroberer oder die Klugheit der Gesetzgeber schuf? —Siehe, es ist Alles anders geworden. Und was sie heute thun,ist morgen nicht mehr vorhanden.
Blicke ich auf die herrlichen Werke der Vorzeit: wie wardamals doch die Welt davon des Ruhmes so voll! Was ist ausihnen geworden? Was fruchteten die Heldenthaten der Welt-überwinder? Sie zerstörten den Frieden der Zeitgenossen, underbten die Verachtung der Nachkommen. Was frommten dieDenkmale der Eitelkeit, welche sich die Macht der Sterblichenbaute? Sie liegen verwittert, im Staube begraben, von Distelnumwuchert. — Keines weiß, wer sie erhöhte, oder wessenNamen sie verewigen sollen.
Was ist das übermüthige Babylon? Es herrschte langedurch das weite Morgenland, und schreckte die Thronen undVölker. — Wanderer sehen heute noch in einer todten Sand-wüste einige nackte Schutthaufen, und daran klebt der Nameder uralt-mächtigen Stadt. — Wo liegen Tyrus und Sidon,in deren Vorrathshäusern einst aller Reichthum entfernter Welt-gegenden versammelt gefunden ward? Wo glänzt noch dasprangende Ninive, welches einst die größte Stadt Gottes hieß,drei Tagreisen groß? (Jonas 3, 3.) Der Herr schonte ihrer,als sie nach des Propheten Predigt Buße that, und der Königvon seinem Throne stieg, den Purpurmantel ablegte und einenSack um sich hüllte. Aber ewig sollte Ninive's Pracht nichtwähren. Kaum erblickt man noch Trümmer am Strom desTigris in der Einöde neben ärmlichen Fischerhütten. — Jerusalemliegt verwandelt. Niemand erkennt in dem Orte noch die StadtDavids und die Größe Salomons, zu dessen Füßen Arabienseine Schätze ausschüttete. Die Weisheit der Agyptier ist ver-loren, die Gewalt der Pharaonen vergessen. Das Land ist mitBruchstücken verschwundener Tempel und Grabmäler bedeckt,deren Inschriften Niemand mehr zu deuten weiß. Völker frcm-