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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
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eigenen thierischen Trieben von Wollust, Habsucht, Zorn, Rache,Haß und Bosheit? Ist mein Geist frei, nach eigenen GesetzenHandelnd, das heißt, nach göttlichen? Lebt er mehr für seinePflicht, als für irdischen Nutzen; mehr für Liebe, als fürFeindschaft?

O mein Vater, mein Gott, wie sehne ich mich zu Dirempor, aus dem Unvollkommenen in das Vollkommene. Möchteich obsiegen, wie freudig würde ich einst sterben!

Sterben? Was ist Sterben für den Geist? Er entfliehtseiner thierischen Hülle, dem Leibe; er scheidet von seiner irdischenSchwester, der Seelenkraft. Auch diese weicht aus ihrem zer-rütteten Werkzeuge, dem Körper, und zieht selbst das Pflanzen-leben desselben hinweg. Der Leichnam, unbrauchbar, zerfällt inStaub. Allein die Lebenskraft gesellt sich noch gern wieder zuihm, und hüllt sich in die zerbrochenen Ueberreste. So entwickeltsich die Lebenskraft im thierischen Moder zu neuen, lebendigenGestalten; es gehen Gewürme einfach, fast pflanzenartig, ausDenselben hervor. Sie vergehen. Aber die Lebenskraft vergehtnicht: sie vermählt sich andere Keime, etwas Neues hervor-zubringen.

Der Tod wird niemals vom Geiste aus in den Körper ein-gehaucht, denn der Geist ist Leben. Es entsteht das Sterbendurch gewaltsame Vernichtung des Werkzeuges, nämlich desLeibes; oder es entsteht, wenn die blinden Naturkräfte ihrenimmerwährenden Kreislauf vollendet haben, nach den göttlichenOrdnungen. Dann weichen sie vom Körper. Er verliert Lichtund Wärme, Beweglichkeit und Reiz. Die Naturkräfte abersind des Lebens Oel und Nahrung; das Leben erlöscht derMenschengeist ist entbunden ist reif!

O Gott! daß ich in jener heiligen Stunde meiner AuflösungJauchzen dürfte: ich bin eine zum Bessern reif gewordene Kraft!Empfanget mich, höhere Wesen, meine Brüder auf erhabenernSchöpfungsstufen! Auch ich bin euer Bruder, ich bin unsterblich!